beobachtet von Alexander Steinacher

Schon am 4. Juni, drei Wochen vor dem Brexit habe ich unter dem Titel Damoklesschwert EU meine Beurteilungen über die Drohungen, Verheissungen, Erpressungen und Angstmacherei der offiziellen Medien-Propaganda verbreitet.

Jetzt ist es passiert:

Grossbritannien hat das Volk befragt, und entscheiden lassen (muss aber noch ausgeführt werden....) über die Vor- und Nachteile einer Mitgliedschaft in einem demokratie-rückständigen, sich immer mehr anmassend gebärdenden Bürokratie-Monster, einer schleichend aufstrebenden, neuen Hegemonialmacht, deren Führungsinstrumente im Verlangen, Drohen, Erpressen, Schmieren und Aufbau von einem riesigen Spekulations-Kartenhaus immer unheimlichere Masse annehmen.

Demokratieschock. Ein Volk durfte entscheiden – und es kam anders, als die offizielle Propaganda predigte und wünschte. Nun sucht man Schuldige.

Wer ist schuld an einem Volksentscheid? Diejenigen, die den fahrlässigen Mut haben, Demokratie funktionieren zu lassen. Dabei haben sie auch – und sogar – bei uns davor gewarnt! (Zumindest eine CVP-Nationalrätin!) Keine solche Abstimmungen! Das Volk kann ja gar nicht „richtig“ entscheiden!

Wem Demokratie ein Fremdwort ist, der fragt verstört nach Schuld und Schuldigen, nicht nach Ursachen oder Beweggründen der entscheidenden Mehrheit.

Dass dann diese Gründe von der Einbahnstrasse abweichen, auf der die meisten vermeintlichen Eliten denken, die die Fäden am liebsten unkontrolliert in den Händen hätten, kann meist schnell und deutlich offen gelegt werden.

David Hesse zitiert im TA einen 1969 geborenen Kolumnist der Times, der sich beschwerte „die Runzeligen haben uns fertiggemacht“

Und – gemäss Schätzungen sollen nur knapp 40 Prozent der unter 24-jährigen an die Urne gegangen sein.

Gut – in meiner Jugendzeit war das bei uns auch nicht besser. Die Brisanz von Politik und entsprechenden Abstimmungsvorlagen erreichte aber damals, wie ich mich erinnere, nie existenzielle Fragen. Man konnte „die da oben“ ruhig machen und arbeiten lassen. Keine Armeeabschaffungen, keine Masseneinwanderungsprobleme, keine Auflösung des Rechtsstaates via zunehmender Missachtung der Bundesverfassung – unseres Grundrechtes – notabene durch gewählte “Volksvertreter“ und Richter bis hinauf ins Bundesgericht, die heute ohne Rechtsgrundlage, d.h. eben gegen die eigene Verfassung „entscheiden“, simples Vertragsrecht – wie z.B. die Personenfreizügigkeit stehe über unseren Gesetzen und gar der Verfassung!

Rechtsstaatliche Demenz im kaum noch therapierbaren Stadium – kann ich dazu nur feststellen!

Den „runzeligen“ also dummen Alten, die über Jahre und Jahrzehnte erfahren haben, wie schäbige, aber meist grosskapitalistische Partikularinteressen mit ihren rechtsstaatlichen, jedoch demokratisch äusserst schwach legitimierten Kompetenzen, wie Panzer jedes im Wege stehende Hindernis niederwalzen um zum grossen Ziel zu kommen, stellt man in nervöser Panikmache jetzt die angeblich betrogenen und verkauften Jungen mit ihren Twitter-Weisheiten gegenüber:

Twitter ist so etwas wie der elektronische Cuspidor, oder chuck-up-Bucket für jeden von ganz unten aufsteigenden Frust. (genaue Übersetzung überlasse ich der dialektischen Gewohnheit der geneigten Leserinnen und Leser).

Eine Auswahl unter dem Titel „Die Wut der Jugend“ (Wut kann sowohl durch echtes Ärgernis, echten Schaden, aber auch durch professionelle Gehirnwäsche erzeugt werden, das haben wir alle schon erfahren)

  • Eine ganze Nation wacht ohne Erinnerung im falschen Bett auf und sucht jetzt verzweifelt nach einer Erklärung
  • Wir haben die Zukunft unserer Kinder verbockt.
  • Traurig und peinlich, diesem engstirnigen und rückständigen Land anzugehören.

Sie (die Brexiteers) mögen denken, sie hätten nur ihren Job gemacht, aber sie haben meine Zukunft geraubt.

  • Wir haben uns für die Arbeitslosigkeit, gegen Handel, für niedrigere Löhne und Rezession entschieden, aber keine Sorge: wir sind jetzt „frei“.
  • Eine Generation gibt alles auf: Gratisbildung, gute Renten und soziale Mobilität, um der nächsten Generation die Zukunft zu verbauen.
  • Ich kann nicht verstehen, dass die ältere Generation die Zukunft meiner Kinder diktieren soll.
  • Heute ist dieses Land kleiner, schwächer, verletzlich, isoliert und deutlich weniger relevant.
  • Die Zeit ist gekommen, um die Geburtsurkunden meiner italienischen Grosseltern auszugraben.“

Und so weiter.

Diese Aussagen und die weiteren depressiven Kommentare in den Medien zeigen deutlich, wie stark die sogenannte emotionale Intelligenz in der Gesellschaft von der permanenten Propaganda beeinflusst und gelenkt werden kann.

Die sich in Wut übergebenden sollte man fragen können:

  • ist – im eigenen Bett aufwachen wirklich falsch? Vielleicht erwacht man aus einem zu schönen Traum – noch rechtzeitig?
  • Die Zukunft unserer Kinder – als Untertanen einer neuen europäischen Hegemonialmacht, nach all den böse (hauptsächlich für die Völker) gescheiterten Vorläufern? Noch nicht bemerkt, dass der Bock, der die Zukunft blockt in Brüssel sitzt?
  • diesem engstirnigen, rückständigen Land anzugehören? Mehr Demokratie, mehr Eigenverantwortung, mehr freie Entscheidungsmöglichkeit, weniger von aussen befohlene Auflagen und Hindernisse, für die man noch bezahlen muss – ist das engstirnig, rückständig?
  • die Brexiteers haben meine Zukunft geraubt! Eine gefährliche Kartenhauszukunft ohne Verantwortungen, wenn's früher oder später zusammenklappt?
  • -wir haben uns für Arbeitslosigkeit, gegen Handel, für niedrigere Löhne und Rezession entschieden.... Hat die EU das tatsächlich alles erfunden und segnet damit seine Untertanen?
  • -Die Zeit ist gekommen, die Geburtsurkunde meiner italienischen Grosseltern auszugraben! Dazu kann man jetzt nur noch gratulieren. Und was ist, wenn Italien sich aufrafft, emanzipiert und einen Italexit zelebriert? Dann zurück nach Afrika, oder was?

Den jungen Generationen hat man nachweisbar erfolgreich scheinbar wahrgemacht, dass sie sich nur dank der EU-Bürokratie in einem anderen Land, in Uppsala, Lund, Kristiansand, Stockholm usw. an einer Uni einschreiben könnten, genau wie diejenigen in Schweden auch für alle Zeiten in ihren Universitäten eingesperrt wären ohne EU. Richtig ist aber, dass Universitäten meist schon offen für Gaststudenten und Gastprofessoren sind, seit es sie gibt! Universitäres (und universales) Wissen ist nicht auf Länder beschränkt, und auch nicht auf Diktaturen oder Hegemonien. Und was ist mit Unis in Übersee? Was ist mit all den Schweizern, die irgendwo auf der Welt, inkl. EU arbeiten, und all die Fremdarbeiter, die es bei uns auch schon lange gab, bevor eine EU eigene Freizügigkeiten diktierte?

Es ist Zeit aus der EU-Depression herauszukommen, wieder neue Ideen zu generieren und die Zukunft in einem neuen, demokratischen und friedlichen Europa der Vaterländer (–oder Mutter–) innovativ und intelligent zu gestalten!

Ich habe bereits angeregt, die Schweiz sollte dringend die Initiative ergreifen. Auch Grossbritannien muss sich besinnen und sagen; yes, we can, bzw. wir schaffen das!

Die haben dort gute Leute, mit denen man jetzt unverzüglich Kontakt aufnehmen muss!

Zur Erinnerung – mein Vorschlag für ein neues Europa als Grundriss:

Vereinigte Nationen Europas UNE

Direktion mit Sitz in der Schweiz, Zürich oder Genf schaffen. Vorläufig supportiert dem EDA anhängen, mit Chef in Ministerrang (mein erster Vorschlag; Thomas Borer)

Dringliche Einladung zu einer Konferenz der Ministerpräsidenten, zunächst der ehemaligen EFTA-Staaten, Osterreich, Dänemark Grossbritannien, Norwegen, Schweden und eventuell weitere interessierte Länder (Oststaaten)

Den Nationen eine Alternative zu den erstarrten und negativen Entwicklungen der EU aufzeigen.

Neutrale, unabhängige Nation Schweiz legt Konzept für eine neue europäische Strategie vor – als Manifest:

siehe – Manifest für ein Europa der vereinigten Nationen vom 04.06.2016 unter Damoklesschwert EU.

Irgend ein depressiver europäischer Identitätssucher hat letzthin in einem Zeitungsartikel gefragt, welchen Kontinent wir uns denn als Vorbild aussuchen müssten?

Und darin kommt schon die ganze verknorkste europäische Misere zum Vorschein! Wir wollen und müssen nicht sein wie Singapur, wie China, oder Indien oder die USA oder Südamerika!

Die über lange Zeit gewachsenen europäischen Nationen mit entsprechender Geschichte und Kultur sollten im freien Verbund zum Vorbild für den Rest der Welt werden. Das Potenzial ist vorhanden, aber es braucht starke Anstrengungen zur Emanzipation in freien, demokratischen, ökologisch und ökonomisch ausgewogenen und prosperierenden Nationen und Gesellschaften, die sich ihrer Kultur und Zivilisation nicht schämen müssen, sondern bereit sind, Gutes zu bewahren und zu verteidigen und Verbesserungswürdiges zu ändern! Weltmachtgelüste sind nicht der richtige Antrieb!


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