Martin Rahm lebt seit über 10 Jahren in Thailand. Doch obwohl er in der Nähe des Flughafens wohnt, hat er von den Aufständen nur wenig mitbekommen.

Martin Rahm
Kritisch: Martin Rahm wohnt seit 10
Jahren in Thailand. In Bangkok betrieb
er jahrelang ein Restaurant – bis der
Hausbesitzer unverschämt hohe Mieten
von ihm verlangte.

Martin Rahm wusste lange nichts von den brutalen Aufständen, die gleich nebenan wüteten. Der Schweizer wohnt zwar ganz in der Nähe des internationalen Flughafens in Bangkok. Doch zuerst habe er gar nichts von den Unruhen mitbekommen. Erst als ihn ein Freund aus der Schweiz anrief und fragte, was da los sei, bekam Rahm Wind von den Unruhen. «Das Thema wurde weitgehend totgeschwiegen. In der Schweizer Presse konnte ich mehr darüber lesen als in Thailändischen Zeitungen», so Rahm.

Auch das alltägliche Leben in Bangkok – abseits der abgeriegelten Flughäfen - sei ganz normal verlaufen. «Angst war hier keine spürbar. Auch sonst bemerkte man nichts – ausser, dass es fast keine Touristen mehr hatte», sagt Rahm. Restaurants und Bars seien leer, der wirtschaftliche Schaden wohl riesig. Auch Rahm selbst, der nun in Bangkok Weine vertreibt, bekommt die Folgen zu spüren: «Die Gastronomen klagen und kaufen weniger ein.»

«Die Wahlen sind gekauft»

Dennoch sympathisieren die meisten Thailänder mit den Aufständischen, glaubt Rahm: «Sie wollen die Regierung weg haben.» Zwar sei diese gewählt worden, «doch die Wahlen sind hier gekauft. Gewählt wird, wer für die Stimmen am meisten bezahlt.» In Bangkok herrsche eine korrupte Elite. «Es wird auch gemunkelt, dass Leute vom Land gekauft wurden, um die Flughäfen zu blockieren.» Für 1000 Baht – das sind rund 30 Franken – sollen sich die Söldner aufbieten haben lassen. Rahm vermutet, dass das Flughafen-Personal an den Aufständen beteiligt ist. «Sonst wären die doch gar nie in die Sicherheitssektoren oder in die Tower gekommen.»

Auch Rahm steht den Hierarchien in Thailand grundsätzlich kritisch gegenüber – vor allem der Königsfamilie («der gehört das ganze Land»). Insofern kann Rahm die Aufstände bis zu einem gewissen Grad sogar nachvollziehen.

Doch die Thailänder seien hart im nehmen. «Die rappeln sich immer wieder auf», so Rahm, «ich weiss auch nicht, wie die das machen.»


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