Retter der Schweizer Uhrenindustrie erliegt 82-jährig Herzversagen

«Völlig unerwartet während der Arbeit in seiner geliebten Swatch Group» ist Nicolas G. Hayek gestorben, wie die Firma am Montag mitteilte. Die prägende Figur der Schweizer Uhrenindustrie wurde 82 Jahre alt. Er war die treibende Kraft hinter der Wiedergeburt der Branche in den 1980er Jahren.

Nicolas Hayek an einer Veranstaltung im September 2009
Nicolas Hayek an einer Veranstaltung im September 2009
(Bild: Reuters)

(sda) Die prägende Figur der Schweizer Uhrenindustrie, Nicolas G. Hayek, ist tot. Hayek verstarb am Montag in Biel an einem Herzversagen, wie die Swatch Group am Montagabend mitteilte. Hayek war Gründer und bis zuletzt Verwaltungsratspräsident der Swatch Group.

Bei der Arbeit

Hayek sei «völlig unerwartet während der Arbeit in seiner geliebten Swatch Group» gestorben, heisst es in der Unternehmensmitteilung. Hayek habe es verstanden, seine Visionen eines starken Uhrenkonzerns mit hoher schweizerischer Wertschöpfung zu verwirklichen. Er gelte zu Recht als wegweisender Unternehmer der Schweiz.

Hayek habe es auch verstanden, durch personelle Entscheidungen sicherzustellen, dass seine Ideen und Vorstellungen überdauern und die Kontinuität in Aktionariat, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gewährleistet ist, schreibt die Swatch Group weiter.

Vollblutunternehmer

Der Vollblutunternehmer mit libanesischen Wurzeln war die treibende Kraft hinter der Wiedergeburt der Schweizer Uhrenindustrie in den 1980er Jahren. 1985 übernahm er die Mehrheit der Schweizerischen Gesellschaft Für Mikroelektronik und Uhrenindustrie (SMH), die Vorgängergesellschaft der Swatch Group.

Die operative Führung der Swatch Group gab Hayek 2003 an seinen Sohn Nick weiter. Der Uhrenkönig blieb aber Präsident des Verwaltungsrates. Inzwischen ist mit Enkel Marc Alexander Hayek bereits die dritte Generation der Familie in der Konzernleitung vertreten.

Der Milliardär Nicolas Hayek war ein Meister des Uhrenmarketings. Mit Zigarre und Uhren an beiden Handgelenken posierte er gerne mit Filmstars, Spitzensportlerinnen und Mannequins.


© Neue Zürcher Zeitung AG
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