Iran warnt Israel vor „letztem Fehler“

Die iranische Militärführung warnt: Wagt Israel einen Militäreinsatz, wird das sein „letzter Fehler“ sein. Ein russischer Nahost-Experte hält einen Krieg im Sommer für möglich.

«Aggressive Natur»

Der iranische UN-Botschafter Mohammad Khazaei sagte, Israel sei die Ursache der Krise und der Spannungen im Nahen Osten. Der iranische Sender Press TV zitierte Khazaei am Donnerstag mit den Worten, der jüdische Staat verstoße gegen das Völkerrecht und besitze „Hunderte nukleare Gefechtsköpfe“. Israel habe eine Vielzahl von „terroristischen Aktivitäten“ verübt und müsse seine Drohungen gegen andere Länder stoppen.

Der iranische Verteidigungsminister Ahmad Vahidi sagte unterdessen: „Die Drohungen der USA und des zionistischen Regimes belegen deren aggressive Natur. Ihre Ansprüche sind verlogen und irreführend“. Der Iran sei völlig bereit, jede militärische Aggression abzuwehren. Falls die israelische Führung einen Militäreinsatz gegen den Iran wage, werde das ihr „letzter Fehler“ sein, so Vahidi.

Israels früherer Militärgeheimdienstchef Amos Yadlin hatte am Dienstag gesagt, der Iran habe die „rote Linie“ übertreten und fälle möglicherweise nach der Präsidentenwahl im Juni eine Entscheidung über den Bau einer Atombombe. „Wenn die USA, der Iran und Israel zu ihren Aussagen stehen, sind wir gegen Jahresende auf Kollisionskurs“, so Yadlin.

«Ab Juli alles möglich»

Der russische Nahost-Experte Jewgeni Satanowski hält einen baldigen Iran-Krieg für durchaus möglich. Er sagte der russischen Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta“: „Die jüngste Resolution des US-Senats, die die USA bei einer iranisch-israelischen Kollision verpflichtet, in den Krieg auf Israels Seite einzusteigen, ist ein ziemlich klares Signal“.

Ein Blick auf die Militärtechnik, die die USA an Israel liefern wollen, reicht aus, um zum Schluss zu gelangen: Ein Krieg gegen den Iran steht unmittelbar bevor. Als Barack Obama kürzlich Israel besuchte, versprach die israelische Führung, keinen Angriff gegen den Iran binnen drei Monaten zu starten. Diese Frist läuft Ende Juni ab, wenn die iranische Präsidentenwahl vorbei ist. Ab Mitte Juli kann man in der Region alles erwarten. Bereits jetzt wird an einem Plan für einen Militäreinsatz gefeilt. Was weiter kommt, hängt vom Iran ab“, so Satanowski.

«Intelligente Diplomatie»

Als potentieller Kandidat bei der iranischen Präsidentenwahl gilt insbesondere Teherans Bürgermeister Mohammad Bagher Ghalibaf. Seine jüngsten Äußerungen erregten Aufsehen im Ausland. Er kritisierte scharf das Vorgehen des derzeitigen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Dieser sei unter anderem nicht in der Lage, das Recht des Iran auf ein ziviles Atomprogramm diplomatisch zu verteidigen.

 Die „Jerusalem Post“ zitierte Ghalibaf am Donnerstag mit den Worten: „Maßnahmen wurden getroffen und Worte gesagt, sie haben uns jedoch keineswegs geholfen, unser Programm voranzubringen. Im Gegenteil: Sie haben unseren Opponenten ermöglicht, die Anderen gegen uns zu vereinigen. Umstrittene, aber untaugliche Äußerungen, Parolen und Auftritte haben uns geschadet und unsere legitime Position geschwächt“.

Der Iran brauche eine „intelligente und rationelle Diplomatie“, um das Problem mit den westlichen Sanktionen gegen das Land zu meistern. Auch die Verhandlungen mit den USA über das iranische Atomprogramm seien eine mögliche Option, obwohl sie nicht in der Lage seien, alle Probleme zu lösen. „Wenn nötig, werden wir bestimmt mit Amerika verhandeln“, so Ghalibaf.


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