Kapitel 16

Die Sehnsucht nach dem Messias


Das talmudistische Regime in den strikt abgeschotteten Ghettos war seiner Natur nach terroristisch und bediente sich klassischer totalitärer Methoden, indem es seine Spione, Schnüffler und Denunzianten ihrerseits ausspionierten ließ und Abweichler mit Bannfluch, Exkommunizierung und Tod bedrohte. Die kommunistischen Regierungen, die mittels Geheimpolizei und Konzentrationslagern herrschen, haben sich dieses System, das den talmudisch geschulten Begründern des Kommunismus wohlbekannt war, offensichtlich zum Vorbild genommen.

Während der viele Jahrhunderte dauernden Herrschaft der Talmudisten zeitigten der Terror und das Dogma, das er schützte, zwei markante Ergebnisse: Periodisch wiederkehrende Sehnsüchte nach dem Messias, die den Wunsch der „Gefangenen“ widerspiegelten, der Schreckensherrschaft zu entrinnen, sowie ebenfalls periodisch aufflammende Proteste gegen das Dogma seitens der Juden selbst.

Dieses Aufbegehren war in gewissem Sinn ein Echo der Gefühle, die das Volk zur Zeit Nehemias geäußert hatte; damals „weinte“ es, als das Gesetz verlesen wurde. Der Talmud verbot den Juden fast jede Tätigkeit außer dem Anhäufen von Geld („Sie gestanden den Menschen um sich herum nur gerade so viel zu, wie erforderlich war, um ihre wirtschaftlichen Aktivitäten möglich zu machen“, schreibt Dr. Kastein) sowie dem Studium des Talmud („Immer wenn das Gesetz keine eindeutige Antwort auf eine Alltagsfrage erteilte, bemühten sie sich um seine Interpretation“).

Die Talmudisten lenkten die Betätigung ihres Volkes so, dass sich dieses immer hoffnungsloser in das Netz verstrickte, in dem es gefangen war: „Sie begnügten sich nicht damit, das Gesetz mit einem Zaun zu umgeben, sondern zogen einen solchen auch um sich selbst, indem sie sich entschiedener denn je zuvor von ihrer Umwelt abschirmten und sich noch fester an einen Kreis von Gesetzen banden“, meint Dr. Kastein. Bei jedem Atemzug und jeder Bewegung mussten sie sich fragen: „Erlaubt oder verbietet der Talmud das?“ Die Antwort auf diese Frage erteilte jeweils die herrschende Sekte.

Selbst die lammfrommsten Mitglieder der Gemeinschaft bekundeten bisweilen Zweifel an der Weisheit eines solchen Gesetzes und fragten sich: „Kann es wirklich stimmen, dass jeder neue Erlass und jedes neue Verbot in der Offenbarung Gottes auf dem Berge Sinai wurzelt?“ Genau dies behaupteten die jüdischen Herrscher. „Der jüdischen Auffassung nach hatte Gott Moses auf dem Berge Sinai sowohl das mündliche als auch das schriftliche Gesetz eröffnet, d. h. das Gesetz mit all seinen Interpretationen und Anwendungsmöglichkeiten“, schreibt Alfred Edersheim in The Life and Times of Jesus the Messiah (1883). Das Volk unterwarf sich dieser unverhüllt politischen Forderung zwar, vermochte sie jedoch längst nicht immer innerlich zu akzeptieren, und wenn diese innere Rebellion an die Oberfläche schwappte, konnte dies die unerwartetsten Folgen nach sich ziehen.

Ein portugiesischer Marrano (so nannte man die zum Christentum übergetretenen Juden, welche dem Judentum allerdings oft insgeheim treu geblieben waren) namens Uriel da Costa kehrte zunächst zum Glauben seiner Väter zurück, doch dann überkam ihn grenzenloser Abscheu vor dem Talmud. Anno 1616 veröffentlichte er in Hamburg ein Traktat mit dem Titel These gegen die Tradition, in dem er die „Phärisäer“ attackierte und behauptete, die talmudischen Gesetze seien von diesen selbst geschaffen worden und mitnichten göttlichen Ursprungs. Das Traktat richtete sich an die Juden von Venedig, mit dem Ergebnis, dass der dortige Rabbiner, ein Leo Modena, prompt den gefürchteten Bannfluch gegen da Costa verhängte. Nach Modenas Tod fanden sich bei in seiner Hinterlassenschaft Dokumente, aus denen hervorging, dass er genau gleich gedacht hatte wie da Costa, dies jedoch nicht zu sagen gewagt und seinen Gesinnungsgenossen stattdessen exkommuniziert hatte. So wie Modena haben sich in unserem Jahrhundert zahlreiche Kommunisten verhalten, welche Menschen zum Tode verurteilten, deren Überzeugungen sie insgeheim teilten. 1624 doppelte da Costa mit einem neuen Traktat nach, das den Titel Überprüfung der pharisäischen Tradition durch ihren Vergleich mit dem geschriebenen Gesetz trug. Die Talmudisten Amsterdams, wo sich da Costa damals aufhielt, zeigten ihn bei den holländischen Gerichten an, und zwar mit der Begründung, sein Traktat stelle eine Bedrohung des christlichen Glaubens dar! Die christlichen Behörden ordneten prompt die Verbrennung der Schrift an und machten sich somit zu Vollstreckern des talmudischen Gesetzes.

Die Willfährigkeit, mit der sich Nichtjuden der herrschenden jüdischen Sekte unterwerfen, ist ein Phänomen, welches man seit der babylonischen Epoche bis in die Gegenwart immer wieder beobachten kann. Da Costa wurde buchstäblich zu Tode gehetzt und schied 1640 durch eigene Hand vom Lichte.

Die jüdische Geschichte verzeichnet zahlreiche solche Episoden. Wer sich in die einschlägige Literatur vertieft, den übermannt schon bald das Grausen. Der „große Bannfluch“ lief in der Praxis auf ein Todesurteil hinaus, was natürlich auch sein Sinn war. Er belegte das Opfer mit sämtlichen im Deuteronomium aufgezählten Flüchen, und die Juden glaubten, diese Flüche würden wortwörtlich in Erfüllung gehen (orthodoxe Anhänger der Sekte vertreten diese Ansicht noch heute).

In der Jewish Encyclopedia liest man unter dem Stichwort „Flüche“: „Die talmudische Literatur zeugt von einem manchmal an reinen Aberglauben grenzenden Glauben an die Macht des bloßen Wortes... Ein von einem Schriftgelehrten ausgesprochener Fluch erfüllt sich unfehlbar, selbst wenn er ungerechtfertigt ist... Schriftgelehrte verfluchten manchmal nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit einem wütenden, starren Blick. Die unvermeidliche Folge dieses Blicks war entweder der sofortige Tod oder Armut.“

Die hier beschriebene Praxis ist augenscheinlich mit dem identisch, was man heute den „bösen Blick“ nennt. In der von mir benutzten Enzyklopädie heißt es hierzu: „Dieser Aberglaube ist alten Datums und tritt bei fast allen Rassen auf; bei Analphabeten und Wilden ist er heute noch verbreitet.“ Aus der Jewish Encyclopedia geht hervor, dass es sich hierbei um eine durch das jüdische Gesetz sanktionierte Strafe handelt; wie bereits erwähnt, hält dieselbe Quelle klipp und klar fest, dass sogar die Bibel gegenüber dem Talmud zweitrangig ist. M. L. Rodkinson, ein Gelehrter, dem die Übersetzung des Talmuds ins Englische anvertraut wurde, meint, „keine einzige Zeile“ des Talmuds sei geändert worden. Allerdings greift der Talmud im vorliegenden Fall lediglich das bereits von den Leviten im Deuteronomium festgelegte Gesetz über den Bannfluch auf.

Dies alles bedeutet, dass die Verhängung des Bannfluchs sowie die Bestrafung eines Opfers durch den bösen Blick noch heute Bestandteil des Gesetzes sind; die eben angeführten Zitate lassen keine andere Deutung zu. (Ein zeitgenössisches Beispiel für den talmudischen „wütenden, starren Blick“ findet man in Whittaker Chambers' 1952 erschienenem Buch Witness, wo er seine Begegnung mit den Anwälten des Sowjetspions Alger Hiss schildert; dass Chambers bald darauf einen Selbstmordversuch beging und nur durch eine gütige Fügung des Schicksals überlebte, ist eine Tatsache, die jeder auslegen kann, wie er will).

Die Exkommunizierung hatte also tödliche Folgen. M. L. Rodkinson bemerkt hierzu treffend:

„Wir können uns vorstellen, wie furchtbar sie [die Rabbiner] sich an einem gewöhnlichen Menschen oder Gelehrten rächten, der es wagte, Meinungen zu äußern, die in irgendeiner Hinsicht von ihren eigenen abwichen, oder den Sabbat verletzte, indem er beispielsweise ein Taschentuch trug, oder den Wein von Nichtjuden trank, was laut den Rabbinern einen Verstoß gegen das Gesetz darstellt. Wer konnte Widerstand gegen die fürchterliche Waffe der Exkommunizierung leisten, die sie benutzten, um einen Menschen in einen gehetzten Wolf zu verwandeln, vor dem seine Umwelt wie vor einem Aussätzigen zurückschauderte? Viele, die diesen bitteren Kelch leeren mussten, wurden in den Tod getrieben, und viele andere verfielen dem Wahnsinn.“

Ein solch trauriges Geschick ereilte etliche der großen jüdischen Protestanten. Zu jenen Juden, die ihre Stimme gegen den Talmud erhoben, gehörte der 1632 in Amsterdam geborene Baruch Spinoza. Der von den Amsterdamer Rabbinern gegen ihn ausgesprochene Bannfluch lässt sich direkt auf die Flüche des Deuteronomium zurückführen:

„Durch das Urteil der Engel, durch den Urteilsspruch der Heiligen verhängen wir den Bannfluch über Baruch Spinoza, stoßen ihn aus unserer Gemeinde aus, verdammen und verwünschen wir ihn vor diesen heiligen Büchern mit den 613 darin enthaltenen Geboten; wir belegen ihn mit dem Bannfluch, den Joshua über Jericho verhängte, mit dem Fluch, den Elias über die Kinder [die ihn verhöhnt hatten und zur Strafe sogleich von Bären zerrissen wurden] aussprach, und mit allen Flüchen, die in der Torah niedergeschrieben sind; verflucht sei er bei Tag und verflucht bei Nacht; verflucht, wenn er ausgeht, und verflucht, wenn er eingeht; möge ihm der Herr niemals verzeihen; mögen der Zorn und der Ingrimm des Herrn über diesem Manne lodern und alle Flüche über ihn bringen, die in der Torah niedergeschrieben sind. Der Herr tilge seinen Namen unter dem Himmel. Der Herr sondere ihn von allen Stämmen Israels zur Vernichtung ab, mit allen Flüchen des Firmaments, die in der Torah niedergeschrieben sind. Niemand spreche mit ihm, niemand schreibe ihm, niemand erweise ihm irgendwelche Freundlichkeiten, niemand hause unter demselben Dache wie er, niemand leiste ihm je Gesellschaft.“

Spinoza wurde aus Amsterdam verbannt und, wie es in einer Enzyklopädie heißt, „Zielscheibe einer Verfolgung, die sein Leben bedrohte“. Von seinen Glaubensbrüdern gemieden und geächtet, starb er im Alter von 44 Jahren. Weit weg vom talmudischen Zentrum, jedoch nicht weit genug.

Ein rundes Jahrhundert nach Spinoza verkündete Moses Mendelssohn (1729-1786) die ketzerische Lehre, die Juden sollten ihrem Glauben zwar treu bleiben, sich jedoch unter ihren Mitmenschen integrieren. Dies hätte in der Praxis bedeutet, dass die jüdische Gemeinschaft die Ketten des Talmuds gesprengt und zu jener alten Religion zurückgefunden hätte, nach der sich die jüdischen Protestanten zurücksehnten. Sein Grundsatz lautete: „Oh meine Brüder, beschreitet den Pfad der Liebe, so wie ihr bisher den des Hasses beschritten habt.“ Mendelssohn war mit dem Talmud aufgewachsen. Für seine Kinder erstellte er eine deutsche Übersetzung der Bibel, die er dann unter den Juden zu verbreiten begann.

Die talmudistische Rabbinerschaft erklärte, die jüdische Jugend werde „aus Mendelssohns Übersetzung zwar die deutsche Sprache, nicht aber das Verständnis der Torah lernen“, und verbot das Werk: „Allen, die dem Judentum treu sind, ist die Benutzung der Übersetzung unter Strafe der Exkommunizierung untersagt.“ Anschließend überantworteten die Rabbiner die Übersetzung in Berlin öffentlich dem Feuer.

Die großen jüdischen Protestanten erzeugten innerhalb des Judentums zwar stets Schockwellen, scheiterten jedoch ausnahmslos: stets behielt die herrschende Sekte die Oberhand. Hierfür gab es zwei Gründe: Erstens gewährten die jeweiligen nichtjüdischen Regierungen der Sekte mitsamt ihrem Dogma regelmäßig ihre Unterstützung, und zweitens fügten sich die jüdischen Massen den Befehlen der Sekte widerstandslos. In diesem Punkt unterschied sich die jüdische Masse, oder der jüdische Mob, nicht von der Masse oder dem Mob aller anderen Völker der Geschichte. Die Masse nahm die Revolution in Frankreich, den Kommunismus in Russland, den Nationalsozialismus in Deutschland fügsam hin; ihre Trägheit war stets größer als ihre Bereitschaft, Widerstand zu leisten und die damit verbundenen Risiken in Kauf zu nehmen. Dementsprechend verhielt sich auch die überwältigende Mehrheit der Juden, die niemals gegen den talmudistischen Terror rebellierte.

In unserem Jahrhundert erklärten jüdische Freidenker optimistisch, dieser Terror habe seine Wirksamkeit eingebüsst. So schrieb Bernard J. Brown 1933 in seinem Buch From Pharao to Hitler: „Die Drohung der Exkommunizierung hat ihren Stachel verloren... Den Rabbinern und den Priestern ist die Kontrolle über das menschliche Denken entglitten, und es steht den Menschen frei, ungehindert zu glauben, was sie wollen.“ In ähnlichem Sinne äußerte sich Rabbiner Elmer Berger im Jahre 1946: „Der Durchschnittsjude braucht sich nicht mehr vor der Strafe der Exkommunizierung zu fürchten.“

Bernard J. Brown und Rabbiner Elmer Berger frohlockten zu früh: Die seitherigen Ereignisse haben unter Beweis gestellt, dass die mächtige Sekte auch weiterhin sehr wohl imstande war, die Juden in aller Welt an die Kandare zu nehmen.

Tatsache ist und bleibt allerdings, dass die Gnadenlosigkeit der talmudistischen Herrschaft mit ihren sichtbaren und unsichtbaren Ghettos immer wieder Weinen und Murren erzeugte und regelmäßig dazu führte, dass die Versklavten ungestüm an ihren Ketten zerrten. Dies veranlasste die Talmudisten zu einer zumindest vordergründigen Milderung ihrer Tyrannei. Dr. Kastein meint, ungefähr um 900 herum sei „eine Diskussion des Talmud und des religiösen Dogmas statthaft geworden“. Rein äußerlich geschehen schien dies einer Abkehr vom Dogma gleichzukommen, dem zufolge kein Komma irgendeines von den Rabbinern gefällten Urteilsspruches angefochten werden durfte, ebensowenig wie auch nur der geringste Zweifel an der Offenbarung des Gesetzes auf dem Berge Sinai statthaft war.

Eine echte Debatte hätte in den Ghettos für frischen Wind gesorgt, doch wäre die jüdische Führung gewillt gewesen, eine solche zuzulassen, so wäre ein Spinoza nicht verfolgt worden. Erlaubt wurde in Synagogen und Schulen lediglich eine bizarre Dialektik, die letztlich dazu diente, zu beweisen, dass unter dem Talmud alles erlaubt war; der eine Kontrahent stellte eine Behauptung auf, der andere bestritt diese, und dann wiesen beide nach, dass das Gesetz ihnen recht gab!

Diese Dialektik (auf welche die Gebrüder Thoreau in ihren Büchern kurz eingehen) wurde „Pilpulismus“ genannt. Sie liefert den Schlüssel zu einem Geheimnis, das Nichtjuden immer wieder mit ungläubigem Staunen erfüllt: Die Gewandtheit, mit der die Zionisten für sich Rechte beanspruchen, die sie anderen absprechen. Ein „pilpulistisch“ geschulter Diskussionsredner konnte mit größter Leichtigkeit nachweisen, dass das jüdische Gesetz, welches es den Juden erlaubte, christliche Sklaven zu halten, nichts wie billig, das von den Römern erlassene Verbot dieser Praxis hingegen „Verfolgung“ war. Nicht minder mühelos konnte er den Beweis dafür erbringen, dass das jüdische Verbot von Mischehen „freiwillige Absonderung“ war, während ein entsprechendes Gesetz von nichtjüdischer Seite einer „auf Vorurteilen basierenden Diskriminierung“ (Dr. Kastein) gleichkam, oder dass sich ein Massaker an Arabern sehr wohl mit dem jüdischen Gesetz vereinbaren ließ, während ein Massaker an Juden nach jedem Gesetz ein Verbrechen darstellte.

Dr. Kastein charakterisiert den „Pilpulismus“ als „Art von geistiger Gymnastik, die oft praktiziert wird, wenn der menschliche Intellekt, der unter dem Druck der Auß enwelt zu ersticken droht, kein Ventil für einen kreativen Ausdruck im wirklichen Leben findet“. Der hervorgehobene Satzteil ist allerdings pure Augenwischerei: Den menschlichen Intellekt erstickte in den Ghettos mitnichten der „Druck der Außenwelt“, sondern der Druck innerhalb der jüdischen Gemeinden selbst.

Die pilpulistischen „Diskussionen des Talmud“ mögen den Ghettojuden die Illusion vermittelt haben, in der despotischen Gesellschaft, in der sie lebten, ein gewisses Mitspracherecht zu besitzen (so wie heutzutage in diktatorischen Einparteienstaaten „Wahlen“ durchgeführt werden). Ihren stürmischsten Ausdruck fand die Sehnsucht der geknechteten jüdischen Massen jedoch in dem periodisch wiederkehrenden Ruf nach dem Messias; möglicherweise hatten die Führer der Sekte die „Diskussion des Talmuds“ aus dem Kalkül heraus erlaubt, solche Ausbrüche leichter kontrollieren zu können.

Immer und immer wieder erscholl in den Gemeinden der klagende Ruf: „Wir erfüllen sämtliche Gebote und Erlasse; nun schenkt uns den verheißenen, wundervollen Lohn!“ So erschien ein „Messias“ nach dem anderen, und jeder liess in den jüdischen Gemeinden die Erwartungen bis zum Siedepunkt hochwallen. Jeder dieser Emporkömmlinge wurde jedoch als „falscher Messias“ gegeißelt, da die herrschende Sekte nicht in der Lage war, den triumphalen Einzug der Juden in Jerusalem, den das Gesetz ihnen verheißen hatte, zu verwirklichen, und die Hoffnungen der Menschen in den Ghettos wichen wieder dumpfer Verzweiflung.

Zu den frühen „Erlösern“ gehörten Abu Isa aus Isfahan im siebten, Zonarias aus Syrien im achten und Saadya ben Joseph im zehnten Jahrhundert. Der berühmteste „Messias“ von allen war jedoch Sabbatai Zevi aus Smyrna, der Anno 1648 verkündete, das Tausendjährige Reich stehe unmittelbar bevor. Dies tat er, indem er den gefürchteten Namen Gottes in der Synagoge aussprach, worauf er sogleich mit dem Bannfluch belegt wurde. Um sich den unerquicklichen Folgen dieser Maßnahme zu entziehen, flüchtete er und blieb viele Jahre lang im Exil. Doch hatte er in den jüdischen Gemeinden, die der ersehnten Erlösung entgegenfieberten, derart immense Hoffnungen geweckt, dass er 1665 nach Smyrna zurückkehrte und den Talmudisten, die in ihm die schwerste Bedrohung ihrer Autorität seit Jahrhunderten erkannten, unerschrocken die Stirn bot.

Sabbatai Zevi selbst behauptete niemals, der Messias zu sein. Das Verlangen, die Ketten des Talmuds abzuschütteln und triumphierend in Jerusalem einzuziehen, war jedoch derart überwältigend, dass die jüdische Gemeinde in Smyrna, gefolgt von den jüdischen Massen in aller Welt, den von den Talmudisten gegen Sabbatai Zvi verhängten Bannfluch ignorierten und ihn zum Messias ausriefen. Hierauf erklärte er 1666 zum messianischen Jahr, verteilte die Herrscherkronen aller Länder unter seine Freunde und zog gen Istanbul, um den türkischen Sultan, der damals zugleich der Herrscher Palästinas war, vom Throne zu stoßen. Vielerorts verkauften die Juden ihre Geschäfte, ihre Häuser und ihr Vieh, um sich auf die „Rückkehr“ und den Tag vorzubereiten, an dem sie die Weltherrschaft übernehmen würden. Wie Samuel Pepys in seinem berühmten Tagebuch festhält, wurden im Februar 1666 unter den Londoner Juden Wetten darüber abgeschlossen, ob Sabbatai Zevi tatsächlich zum „König der Welt und wahren Messias“ erklärt werden würde.

Wie nicht anders zu erwarten war, wurde Sabbatai Zvi nach seinem Eintreffen in Istanbul prompt verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Dies mehrte sein Ansehen noch und liess die Schar seiner Anhänger weiter anschwellen. Das Gefängnis wurde von einer lärmigen Menschenmenge belagert, so dass man den prominenten Häftling in eine Festung in Galipoli überstellte, die durch jüdische Geschenke prompt in eine Art königliche Residenz umgewandelt wurde. Die Emotionen erreichten nun ihren Siedepunkt: Für eine unter die Völker zerstreute, seit langem vom Rest der Menschheit isolierte Nation war er der König der Welt, der gekommen war, um sie zu befreien und über alle anderen Völkerschaften zu erheben.

Sabbatai Zev hatte genau dasselbe getan wie die Führer der Sekte vor ihm: Er hatte versprochen, was er nicht zu halten vermochte. Es ist dies die Achillesferse der jüdischen Religion, die dereinst zu ihrem Untergang führen muss. Im Gegensatz zu den vorsichtigen Weisen hatte er allerdings den verhängnisvollen Fehler begangen, sich selbst eine genaue Frist zu setzen, nämlich den letzten Tag des Jahres 1666! Als sich das Jahr seinem Ende zuneigte, entsandte die talmudistische Führung in Polen, die mittlerweile keinen Zweifel am Ausgang der Geschichte mehr hegte, einen Boten zum Sultan und prangerte Sabbatai Zev als „falschen Messias“ an. Hierauf beschloss der Gefangene in seinem „Palast“, seine Haut zu retten, und trat mit großem Pomp zum Islam über. Er beschloss seine Tage am Hof des Sultans, so wie gar mancher Zionist heutzutage seinen Lebensabend in New York verbringt. Für einen kurzen Augenblick hatte er die talmudistische Regierung bis ins Mark erschreckt und dazu genötigt, den Bannfluch über ihn und seine Anhänger zu verhängen. Bis zum heutigen Tage besitzt er eine kleine Gefolgschaft, die glaubt, Zvi Sabbatai werde einst wiederkehren, und sein Beispiel sei streng zu befolgen, einschließlich seiner Bekehrung zum Islam.

Der Zionismus unserer Zeit ist eindeutig eine neue Form des Messianismus und wird die jüdischen Massen früher oder später zwangsläufig ebenso enttäuschen wie die „falschen Erlöser“ vergangener Jahrhunderte. Nach dem Tode Sabbatai Zvis standen die Juden vor einem Scherbenhaufen und waren nach wie vor Gefangene in ihren Ghettos. Nun, wo ihre Hoffnungen auf Befreiung zerronnen waren, wandten sie sich unter dem wachsamen Blick ihrer Herren wieder dem Studium des Gesetzes und seiner zerstörerischen Botschaft zu. Sie wurden für eine Aufgabe benötigt und sorgfältig auf diese vorbereitet.


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