Kapitel 6

Das Volk weinte

Das erste fremde Volk, welches mit dem von den Leviten in Babylon geschaffenen Mosaischen Gesetz konfrontiert wurde, waren die Samariter, welche die Judäer anno 538 v. Chr. bei ihrer Rückkehr nach Jerusalem mit offenen Armen empfangen und sich zum Zeichen ihrer Freundschaft anerboten hatten, den 596 v. Chr. von den Babyloniern zerstörten Tempel wiederaufzubauen. Auf Befehl der Leviten wurde das Angebot schroff zurückgewiesen; als Reaktion auf diese Brüskierung nahmen die Samariter gegenüber den Judäern nun eine feindliche Haltung ein, und der Tempel konnte erst 520 v. Chr. wiedererrichtet werden. (Die Fehde dauerte jahrhundertelang an und ist noch heute nicht erloschen, obwohl das Volk der Samariter mittlerweile auf einige Dutzend Seelen zusammengeschrumpft ist.)

Die Freundlichkeit, mit der die Samariter die Heimkehrer zunächst begrüsst hatten, beweist, dass die Nachbarvölker der Judäer deren neues Gesetz noch nicht kannten und angesichts der Barschheit, mit der man ihre Freundschaft ablehnte, aus allen Wolken fielen. Freilich macht es den Anschein, als hätten die Judäer selbst das Wesen dieses Gesetzes noch nicht richtig kapiert. Die Schreiber arbeiteten damals in Babylon immer noch an der Erstellung der Gesetzesbücher, und ungeachtet der Mahnungen ihrer Priester empfanden die Judäer offenbar nicht den geringsten Wunsch, sich rassisch und religiös von ihren Mitmenschen abzusondern.

Die Brüskierung der Samariter war ein Vorzeichen kommender Dinge. Ihrer Abstammung nach waren die Samariter Israeliten, in deren Adern allerdings auch das Blut anderer Völker floss. Sie beteten zu Jahwe, anerkannten Jerusalem jedoch nicht als heilige Stadt an, was für die Leviten, die wohl die Gefahr einer Wiedergeburt Israels mit anschliessender Annektion Judas befürchteten, bereits ein hinreichender Grund war, sie zu hassen. Deshalb wurde das Volk der Samariter in Acht und Bann getan; nahm ein Judäer auch nur ein Stück Brot von einem Samariter entgegen, so verstiess er aufs schwerste gegen die von den Leviten festgelegten Gebote und Rechte und machte sich eines greulichen Frevels schuldig.

Nach diesem ersten Zusammenprall mit einem Nachbarvolk sahen sich die Judäer in dem verwüsteten und entvölkerten Jerusalem um. Mit Ausnahme einiger Greise hatte keiner von ihnen die Stadt je zuvor zu Augen bekommen. Die „Rückkehrer“ waren zahlenmässig recht schwach und zählten nur etwa 40.000 Personen, was nicht mehr als fünf bis zehn Prozent der gesamten judäischen Bevölkerung entsprach; die übrigen hatten sich, teils seit Jahrhunderten, freiwillig über andere Länder zerstreut.

Für die „Heimkehrer“ waren dies keine rosigen Zeiten, und sie werden herzlich wenig Anlass zum Frohlocken gesehen haben, auch wenn die Priesterschaft einen enormen politischen Erfolg errungen hatte. Die Leviten sahen sich derselben Schwierigkeit gegenüber wie die Zionisten in den Jahren 1903, 1929 oder 1953; das auserwählte Volk empfand nur geringe Neigung, in das gelobte Land zu ziehen. Ausserdem gedachten sich ihre Führer durchaus nicht an die Spitze der „Rückkehrenden“ zu stellen, sondern zogen es vor, an den Fleischtöpfen Babylons zu hocken, genau wie die meisten Zionistenführer heute lieber in New York leben, als ihre Zelte in Israel aufzuschlagen.

Die Lösung, welche die Leviten 538 v. Chr. fanden, wies erstaunliche Aehnlichkeit mit derjenigen auf, für die man sich 1946 n. Chr. entschied: Die fanatischsten Eiferer waren zur „Rückkehr“ bereit, und eine Minderheit derjenigen, die zu arm waren, um selbständig über ihre Zukunft entscheiden zu können, erhielt kurzerhand den Marschbefehl. Wer für sich das Privileg beanspruchte, in Babylon zurückbleiben zu dürfen (unter ihrem eigenen Fürsten, dem Exilarchen!), musste dafür tief in die Tasche greifen, so wie wohlhabende amerikanische Juden heutzutage genötigt werden, Geld für die Unterstützung des Zionistenstaates locker zu machen.

Die jüdische Nation war zum damaligen Zeitpunkt bereits unwiderruflich zerstreut, und es sollte nie mehr möglich sein, alle Juden in Kanaan zu versammeln. Dies war eine nackte und nicht wieder rückgängig zu machende Tatsache. „Aus dem Exil kehrte nicht die Nation zurück, sondern bloss eine religiöse Sekte“, kommentierte Prof. J. Wellhausen diesen Sachverhalt in seinem 1897 erschienenen Buch Israelitische und Jüdische Geschichte. Allerdings war diese symbolische „Rückkehr“ für die Priesterschaft von allergrösster Bedeutung, ermöglichte sie es ihr doch, eine mystische Herrschaft über die Diaspora-Juden zu erringen. Sie diente als Beweis dafür, dass das „Gesetz“ wahr und gültig war und dass die Mission des „auserkorenen Volkes“ darin bestand, andere Völker zu ruinieren und über sie zu herrschen.

Für jene Minderheit, die tatsächlich nach Jerusalem zurückgekehrt war, und für die Mehrheit, die lediglich aus der Ferne zusah, bedeutete die „Rückkehr“ etwas ganz Unterschiedliches. Ersteren bot sie die Möglichkeit, Jahwe an dem vom Gesetz vorgeschriebenen Ort auf die vom Gesetz befohlene Weise zu huldigen. Letzere sahen darin einen Sieg des judäischen Nationalismus und ein Vorzeichen des künftigen endgültigen Triumphs, den das Gesetz dem auserwählten Volk in Aussicht stellte.

Die Massen, welche die Entwicklung von ferne verfolgten, hatten miterlebt, mit welchen Mitteln dieser Sieg erfochten worden war. Die Abgrenzung der Judäer von ihren Nachbarvölkern hatte sich als erfolgreich erwiesen, und die hauptsächlichen Instrumente zur Erzwingung dieser Abgrenzung waren das Ghetto und die Synagoge. Das Ghetto (seinem Wesen nach ein levitisches Konzept) war in Babylon in Gestalt jener geschlossenen Gemeinschaft, in der die Judäer lebten, getestet worden.

Das gemeinsame Lesen des Gesetzes hatte sich als brauchbarer Ersatz für das Ritual der Jahwe-Verehrung bewährt, die laut dem Gesetz einzig und allein im Tempel zu Jerusalem erfolgen durfte (dies war der Beginn der Synagoge). Die Institutionen des Ghettos und der Synagoge wurden von den Diasporajuden übernommen und schweissten sie sowohl mit den Judäern in Babylon als auch mit den Rückkehrern in Jerusalem zusammen.

Somit hatte die Priesterschaft ihre Fähigkeit, ihre theokratische Herrschaft auch ohne eigenes Territorium und unter einem fremden König auszuüben, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie regierte ihr Fussvolk gemäss ihrem eigenen Gesetz, und dieses wurde den Judäern erstmals in der babylonischen Gefangenschaft aufgezwungen. Dr. Kastein schreibt: „Anstelle der Verfassung des nicht mehr existierenden Staates wurde eine Gemeindeautonomie begründet, und an die Stelle der Staatsmacht trat eine neue Macht, die stabiler und dauerhafter war: Das harte und unerbittliche Regime, das auf der Verpflichtung beruhte, den Vorschriften des Rituals ohne jedes Wenn und Aber zu gehorchen.“

Diese Worte muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Wir haben in diesem Buch bereits zahlreiche „Vorschriften des Rituals“ zitiert. Den Leviten war es also in der „Gefangenschaft“, in einem fremden Land, gelungen, ein „hartes und unerbittliches Regime“ zu errichten! Diese Leistung ist wahrlich einzigartig; sie hat bis in unsere Tage Bestand.

„Fremdlinge“ fragen sich oft verwundert, mit welchen Mitteln die herrschende Sekte es wohl fertigbringen mag, eine über alle Welt zerstreute Gemeinschaft in einem derart eisernen Würgegriff zu halten. Die Macht der Sekte beruht letzten Endes auf Terror und Furcht. Ihre Geheimnisse werden gegenüber Aussenstehenden eifersüchtig gehütet, doch wer sich tiefer in die Materie einarbeitet, kann sich eine gewisse Vorstellung davon machen.

Eine furchtbare Waffe der Priesterschaft ist die Exkommunizierung, und die lähmende Furcht, welche die Drohung damit erzeugt, beruht in gewissem Ausmass darauf, dass fromme Juden an die Wirksamkeit der im Deuteronomium und anderen Büchern des Alten Testaments zitierten Flüche glauben, was auch die Encyclopedia Judaica einräumt. Dies erinnert an den Schwarzafrikaner, der fest überzeugt ist, sterben zu müssen, wenn das „tagati“ über ihn verhängt wird, oder an den Schwarzen Haitis, der den Fluch der Voodoo-Priester mehr als alles andere fürchtet. Aus der Gemeinschaft ausgestossen zu werden, ist eine schreckliche Strafe, die in der Vergangenheit oft tödliche Folgen nach sich zog.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Torah und der Talmud für fromme (oder abergläubische) Juden das einzige Gesetz darstellen; sie mögen die Gesetze ihres Gastlandes formell anerkennen, aber stets mit innerem Vorbehalt. Ihrem einzigen Gesetz zufolge liegt sowohl das Rechtswesen als auch die politische Macht in der Hand der Priesterschaft, die es in der Vergangenheit oft fertigbrachte, sich das Recht zur Herrschaft über ihre Gemeinde von der Regierung des jeweiligen Gastlandes verbriefen zu lassen. Zu den Befugnissen, die das Gesetz der Priesterschaft verlieh, gehörte auch die Verhängung von Todesurteilen für alle möglichen Vergehen, und in den geschlossenen Gemeinden der Diaspora haben die Priester ausgiebig von diesem Recht Gebrauch gemacht.

Jerusalem, wohin eine Minderheit der Judäer zurückgekehrt war, lag sehr weit von Babylon entfernt, und nach ihrem ersten Streich (der Verschmähung der von den Samaritern angebotenen Freundschaft) erwiesen sich die Leviten offenbar ausserstande, die normalen menschlichen Regungen ihrer Untertanen zu unterdrücken. Die Judäer, die in einem verarmten Streifen Land hausten, gingen unter Missachtung der Gebote ihrer Priester Mischehen mit Angehörigen ihrer Nachbarvölker ein. Ihrem Selbstverständnis nach verletzten sie dadurch keine Bestimmung ihres Gesetzes. Sie wussten, dass König Salomon Hunderte von (grossenteils fremdstämmigen) Frauen gehabt und dass Mose einen midianitischen Schwiegervater besessen hatte, doch da das Buch Numeri damals noch nicht fertig erstellt war, wussten sie nicht, dass Mose vor seinem Tod sämtliche Midianiter ausser den Jungfrauen hatte niedermetzeln lassen. So ehelichten sie die Söhne und Töchter ihrer Nachbarn, und dieser natürliche Prozess nahm in den ersten acht Jahrzehnten nach der Rückkehr seinen Fortgang.

Während dieser Zeit schlossen die Leviten in Babylon die Gesetzesbücher ab, deren Auswirkungen alle anderen Nationen seither so drastisch zu fühlen bekommen haben. Die treibende Kraft hinter der Erstellung dieser Bücher war Hesekiel aus der Familie des Hohepriesters, und manches spricht dafür, dass alle fünf Bücher Mose seinen Stempel tragen. Er war der Ahn der Intoleranz, des Rassismus, der zur Religion verklärten Rachsucht sowie des Mordes im Namen des Herrn.

Das Buch Hesekiel ist das wichtigste des ganzen Alten Testaments, wichtiger noch als das Deuteronomium oder die Bücher Leviticus und Numeri, weil es allem Anschein nach die Quelle ist, aus der sich die finstere Ideologie dieser Gesetzesbücher speist. Wer die im Deuteronomium geäusserten Flüche aufmerksam liest, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gottheit, die sie ausspricht, diabolischer Natur ist – das, was wir mit dem Namen „Gott“ verbinden, lässt sich mit dermassen grässlichen Drohungen einfach nicht vereinbaren. Führt sich der Leser dann das Buch Hesekiel zu Gemüte, so findet er seine Ahnung schwarz auf weiss bestätigt. Im zwanzigsten Kapitel lässt Hesekiel Gott nämlich ausdrücklich zugeben, dass er schlechte Gesetze erlassen hat, um sein Volk für die Missachtung seiner Gebote zu züchtigen:

“Das Haus Israel war mir ungehorsam in der Wüste, und sie lebten nicht nach meinen Geboten und verachteten meine Gesetze, durch die der Mensch lebt, der sie hält, und entheiligten meine Sabbate sehr. [...] Und ich sprach zu ihren Söhnen in der Wüste: Ihr sollt nicht nach den Geboten eurer Väter leben und ihre Gesetze nicht halten und mit ihren Götzen euch nicht unrein machen. Ich bin der HERR, euer Gott. Nach meinen Geboten sollt ihr leben, und meine Gesetze sollt ihr halten und danach tun. [...] Aber auch die Söhne waren ungehorsam, lebten nicht nach meinen Geboten, hielten auch meine Gesetze nicht. [...] Darum gab ich ihnen Gebote, die nicht gut waren, und Gesetze, durch die sie kein Leben haben konnten, und liess sie unrein werden durch ihre Opfer, als sie alle Erstgeburt durchs Feuer gehen liessen, damit ich Entsetzen über sie brachte und sie so erkennen mussten, dass ich der HERR bin.“ (Hesekiel 20; 13. 18-19, 21, 25-26.)

Diese Stelle liefert den Schlüssel zum Verständnis des gesamten Mosaischen Gesetzes!

Im selben Kapitel antwortet Hesekiel anscheinend auf Jeremias Kritik an der von den Leviten angeordneten Opferung der Erstgeborenen. Wie erinnerlich heisst es in Jeremia 7; 30-31: „Denn die Kinder Juda tun, was mir missfällt, spricht der HERR. Sie haben ihre Greuelbilder gesetzt in das Haus, das nach meinem Namen genannt ist, um es unrein zu machen, und haben die Höhen des Topheth im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre Söhne und Töchter zu verbrennen, was ich nie geboten habe und mir nie in den Sinn gekommen ist“. Das Schicksal der verbrannten Söhne und Töchter lässt Hesekiel herzlich kalt; ihn empört allein der Gedanke, der Herr könne das Opfer der Erstgebotenen nicht verlangt haben, denn schliesslich hatten ihm die Schreiber dieses Gebot mehrfach in den Mund gelegt. Hesekiel geht es lediglich darum, zu beweisen, dass Gott dergleichen sehr wohl befohlen hat, und so die Priesterschaft zu rechtfertigen; wie nebenbei lässt er Jahwe einräumen, dass dieses Gebot „nicht gut“ ist und die Judäer infolge dieses Gesetzes „kein Leben haben“ können, doch dies scheint ihm offenbar nicht von Bedeutung zu sein.

Das Dogma der christlichen Theologen, wonach das Alte Testament „nicht minder göttlichen Ursprungs“ sei als das Neue, gilt sicherlich auch für die zitierte Stelle aus dem Buche Hesekiel... Hesekiel erstickt jedes mögliche Aufbegehren gegen das Gebot, alle Erstgeburt zu opfern, im Keim: „... sollte ich mich von euch, Haus Israel, befragen lassen? So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: ich will mich von euch nicht befragen lassen.“ (Hesekiel 20; 31.)

Hesekiel hatte den Fall Judas und die Verschleppung der Sekte nach Babylon miterlebt, so dass das nach ihm benannte Buch teilweise einen Augenzeugenbericht über jene Ereignisse darstellt. Die restlichen, „prophetischen“ Teile des Buchs belegen, dass der Ahn des orthodoxen Judentums ein Mann mit finsteren, ja dämonischen Neigungen war; gewisse Passagen hätten wohl nicht veröffentlicht werden können, wären sie nicht ein Teil der „heiligen Schrift“ gewesen.

Im vierten Kapitel weissagt Hesekiel mit Worten, die er Jahwe in den Mund legt, der Stadt Jerusalem eine Belagerung. Hesekiel soll „die Schuld des Hauses Israel tragen“, indem er Gerstenfladen isst, „die du vor den Augen der Leute auf Menschenkot backen sollst“. Auf Hesekiels Einwand, er habe noch nie unreine Speisen zu sich genommen, mildert Jahwe die Busse: „Sieh, ich will dir Kuhmist statt Menschenkot zulassen, dein Brot darauf zu bereiten.“ (Hesekiel 4;15.) Bald darauf droht Jahwe den Verächtern des Gesetzes folgendes an: „Weil ihr es schlimmer getrieben habt als die Heiden [...] darum sollen in deiner Mitte Väter ihre Kinder und Kinder ihre Väter fressen. [...] Es soll ein Drittel von dir an der Pest sterben und durch Hunger vernichtet werden in deiner Mitte, und das zweite Drittel soll durchs Schwert fallen rings um dich her, und das letzte Drittel will ich in alle Winder zerstreuen und will hinter ihnen her das Schwert ziehen.“ (Hesekiel 5; 10, 12.) Auf Drohungen dieser Art legten die Leviten besonderes Gewicht.

Man rufe sich in Erinnerung, dass diese grauenvollen Strafen nicht etwa für sündhafte Taten, sondern lediglich für die Nichtbefolgung des Gesetzes verhängt werden! Es folgen seitenlange Flüche, und Jahwe verspricht seinem Volk, sich der Heiden als Zuchtrute zu bedienen: Er will „die Schlimmsten unter den Völkern“ auf die Judäer hetzen und in deren Häusern wohnen lassen. (Hesekiel 7; 24.)

Bei seiner Aufzählung der Strafen für die Verehrung „anderer Götter“ schilderte Hesekiel auch eine Vision von der Einnahme Jerusalems durch die Heiden:

„Und siehe, da kamen sechs Männer auf dem Wege vom oberen Tor her, das gegen Norden liegt, und jeder hatte ein Werkzeug zum Zerschlagen in der Hand. Aber es war einer unter ihnen, der hatte ein Kleid aus Leinwand an und ein Schreibzeug an seiner Seite. Und sie kamen heran und traten neben den kupfernen Altar. Und die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich von dem Cherub, über dem sie war, zu der Schwelle des Tempels am Hause, und der HERR rief den, der das Kleid von Leinwand anhatte und das Schreibzeug an seiner Seite, und sprach zu ihm: Geh durch die Stadt Jerusalem und zeichne mit einem Zeichen an der Stirn die Leute, die da seufzen und jammern über alle Greuel, die darin geschehen. Zu den andern Männern aber sprach er, so dass ich es hörte: Geht ihm nach durch die Stadt und schlagt drein, eure Augen sollen ohne Mitleid blicken und keinen verschonen. Erschlagt Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Frauen, schlagt alle tot; aber die das Zeichen an sich haben, von denen sollt ihr keinen anrühren.“ (Hesekiel 9; 2-6.)

Wer dergleichen gebührend verinnerlicht hatte, betrachtete es sicherlich als weise Vorsichtsmassnahme, gebührend zu „seufzen und zu jammern“; hier liegt vielleicht der Ursprung der Klagemauer. Es folgt Kapitel um Kapitel mit den schrecklichsten Drohungen, freilich stets mit der tröstlichen Einschränkung, wenn die Verächter des Gesetzes Busse täten und sich an Jahwes Gebote hielten, würden den Heiden noch grauenhaftere Dinge zustossen.

Während die von Hesekiel gegründete Schreiberschule in Babylon noch acht Jahrzehnte lang an der Fertigstellung des Gesetzes arbeitete, entwickelten die heimgekehrten Judäer in Jerusalem normale Beziehungen zu ihren Nachbarn. Jene fanatische Abgrenzung, welche das im Entstehen begriffene Gesetz für sie vorsah, hatten sie niemals praktiziert. Viele von ihnen beteten immer noch zu „anderen Göttern“ um Regen, gute Ernte, Sonnenschein und fruchtbare Herden und wandten sich nur an Jahwe, wenn sie in Stammesfehden verwickelt waren.

Dann, anno 458 v. Chr., schlugen die Leviten zu.

Ihr Gesetz war mittlerweile bereit, doch dies war nicht das Wichtigste. Sehr viel bedeutsamer war, dass der persische König gewillt war, ihm Nachdruck zu verschaffen. Zum ersten Mal hatte die herrschende Sekte jenes Wunder vollbracht, das sich später noch oft wiederholen sollte: Mit irgendwelchen Mitteln hatten sie einen fremden Herrscher, der von rechts wegen ihr Herr und Meister und nach allen Masstäben ein mächtiger Potentat war, dazu bewogen, ihr seine Soldaten und sein Geld zur Verfügung zu stellen!

An jenem Tage des Jahres 458 v. Chr. wurden die Judäer in Jerusalem endgültig vom Rest der Menschheit abgesondert und gerieten in eine Sklaverei, die sie in Babylon niemals gekannt hatten. Es war dies wahrhaftig „der Beginn der Geschichte“. Ihre Einzelheiten werden in den Büchern Esra und Nehemia erzählt. Esra und Nehemia wren zwei Emissäre, welche die Leviten von Babylon nach Jerusalem entsandt hatten, um über die Einhaltung des von Hesekiel und Konsorten geschaffenen Gesetzes zu wachen.

Esra, ein Vertreter der Hohenpriester, kam mit rund 1500 Mann nach Jerusalem. Er kam im Namen des Perserkönigs Artahsastha (griechisch Artaxerxes), mit persischen Soldaten und persischem Gold, so wie Dr. Chaim Weizmann im Jahre 1917 n. Chr. mit britischen Waffen und britischem Gold und dreissig Jahre später mit amerikanischem Geld und amerikanischer Unterstützung kommen sollte. Esra war rechtlich gesehen ein persischer Emissär, so wie Dr. Weizmann, ein in Russland geborener Jude, 1917 rechtlich gesehen ein britischer Emissär war.

Mit welchen Kniffen die Sekte König Artahsastha dazu gebracht hat, sich vor ihren Karren spannen zu lassen, wird für immer ein Geheimnis bleiben. Nach König Kyros war er der zweite fremde Potentat, der sich zu Handlangerdiensten für die Sekte hergab. In unseren Tagen ist dies für westliche Politiker zur unabdingbaren Voraussetzung für eine Karriere geworden.

Esra brachte das neue, rassische Gesetz mit. Die ersten, denen er es aufnötigte, waren seine eigenen Reisegefährten; er erlaubte nämlich nur denjenigen, ihn zu begleiten, die nachweisen konnten, dass sie abstammungsmässig Judäer oder Leviten waren. Als Esra und seine Leute Jerusalem erreicht hatten, waren sie, um Dr. Kasteins Formulierung zu verwenden, „entsetzt und bestürzt“ über die Vielzahl gemischter Ehen: Die Judäer fanden Gefallen daran, nach ihrer eigenen Façon zu leben, „indem sie Mischehen mit Nachbarstämmen eingingen, mit denen sie friedliche, durch familiäre Bande gestützte Beziehungen entwickelt hatten“.

Dr. Kastein (der viele Jahrhunderte später ebenfalls „entsetzt und bestürzt“ über die von Esra vorgefundenen Zustände war), muss zähneknirschend einräumen, dass die Judäer mit diesen Eheschliessungen „ihre Tradition so befolgten, wie sie damals verstanden wurde“ und gegen kein ihnen bekanntes Gesetz verstiessen. Esra brachte das neue Gesetz Hesekiels, welches endgültig an die Stelle der alten Tradition trat. Kraft seines Amtes als Abgesandter des Perserkönigs befahl er den Bewohnern Jerusalem, sich zu versammeln und teilte ihnen mit, dass sämtliche gemischten Ehen aufzulösen seien:

„Ihr habt dem HERRN die Treue gebrochen, als ihr euch fremde Frauen genommen und so die Schuld Israels gemehrt habt. Bekennt sie nun dem HERRN, dem Gott eurer Väter, und tut seinen Willen und scheidet euch von den Völkern des Landes und von dem fremden Frauen.“ (Esra10; 10, 11.)

Es wurde ein Aeltestenrat gebildet, dem die Aufgabe oblag, alle Mischehen aufzulösen und so die „friedlichen, durch familiäre Bande gestützten Beziehungen“ zu den Nachbarvölkern zu zerstören.

Dr. Kastein meint, Esras Massnahme sei „zweifellos reaktionär“ gewesen, denn sie habe „einer Regelung, die zum damaligen Zeitpunkt nicht in der Torah verankert war, den Status eines Gesetzes verliehen“. Ganz nebenbei erwähnt erschien Dr. Kasteins Buch in Berlin, und zwar 1933, in jenem Jahre also, als Hitler an die Macht kam; zwei Jahre später sollte dieser die Nürnberger Gesetze erlassen, die dem Gesetz Esras auffallend glichen, von den Zionisten aber nichtsdestoweniger als „infam“ gegeisselt wurden. [Anmerkung des Übersetzers: Die Nürnberger Gesetze waren gemässigter als das Gesetz Esras, da sie zwar künftige Eheschliessungen zwischen Ariern und Juden untersagten, bereits bestehende Ehen jedoch im Gegensatz zu Esras Gesetz nicht antasteten.] Zu ihrer Abschaffung wurden die Armeen des Westens mobilisiert, die somit unter umgekehrten Vorzeichen dieselbe Rolle spielten wie die persischen Heere im Jahre 458 v. Chr.!

Das neue Gesetz hatte dieselben natürlichen Auswirkungen wie die jüdisch geführte Oktoberrevolution des Jahres 1917: Die Nachbarvölker empfanden tiefe Beunruhigung und Sorge über dieses unerhörte Ereignis. Sie fühlten sich bedroht und griffen Jerusalem an, wobei sie das Wahrzeichen ihrer Erniedrigung, die Stadtmauern, einrissen. Damals war Esra offenbar bereits nach Babylon zurückgekehrt; die den Judäern aufgezwungenen künstlichen Strukturen begannen flugs zu bröckeln, und die Natur forderte ihre Rechte: Abermals wurden Mischehen eingegangen, die zu „friedlichen, durch familiäre Bande gestärkten Beziehungen“ mit den Nachbarvölkern führten. Eine solche Entwicklung lässt sich einzig und allein durch rohe Gewalt verhindern.

Nach dreizehn Jahren, anno 445 v. Chr., holten die Führer der Sekte in Babylon zum nächsten Streich aus und entsandten Nehemia nach Jerusalem. Auch er war eine jener Gestalten, die für jene Epoche genau so typisch sind wie für das 20. Jahrhundert. Er war judäischer Abstammung und genoss die Gunst des Perserkönigs Artahsastha, dessen Mundschenk er war (so wie heute zionistische „Berater“ die rechte Hand britischer Premierminister und amerikanischer Präsidenten sind; die Parallele könnte kaum eindeutiger sein). Nehemia kam mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet nach Jerusalem und liess die eingerissenen Stadtmauern sofort wieder aufbauen (mit persischem Geld wohlverstanden; auch dies ist eine unverkennbare Parallele zur heutigen Zeit), wodurch er das erste waschechte Ghetto schuf. Freilich stand dieses noch leer, aber nicht für lange:

„Und die Oberen des Volks wohnten in Jerusalem. Das übrige Volk aber warf das Los darum, wer von jeweils zehn nach Jerusalem, in die heilige Stadt, ziehen sollte, um dort zu wohnen, und die neun in den anderen Städten.“ (Nehemia 11; 1.)

Somit war die Rasse zum obersten, wenn auch noch ungeschriebenen Grundsatz des Gesetzes geworden. Jahwe-Anhänger, die gegenüber den persischen Beamten und den levitischen Weisen nicht einwandfrei nachweisen konnten, dass sie einem der drei Stämme Juda, Benjamin und Levi entstammten, wurden „mit Abscheu“ (so Dr. Kastein) zurückgewiesen. Jedermann musste die unbestreitbare Reinheit seines Stammes“ anhand der Geburtenregister nachweisen. Die im 20. Jahrhundert von Hitler erlassenen Bestimmungen über den „Ariernachweis“ waren weniger extrem.

444 v. Chr. wies Nehemia Esra an, das Verbot von Mischehen in der Torah zu verankern. Hierdurch wurde es endgültig Bestandteil des schon zuvor oft modifizierten „Gesetzes“. Die Oberhäupter der Sippen und Familien wurden versammelt und mussten geloben, dass sie und ihre Angehörigen sich an sämtliche Gebote und Rechte der Torah halten würden, insbesondere an die neuen.

Im Buch Leviticus wurde ein (unerlässlicher) Einschub vorgenommen, laut dem Jahwe sein Volk von anderen Göttern abgesondert habe, damit es einzig und allein ihm gehöre. Den Judäern wurde es unter Androhung der Todesstrafe verboten, ausserhalb ihres Stammes zu heiraten; wer eine fremde Frau ehelichte, brach Gott die Treue (Nehemia 13; 27). Im heutigen Zionistenstaat gilt dieses Gesetz immer noch. „Fremdlingen“ wurde das Betreten Jerusalems untersagt, so dass die Stadt „von allem Ausländischen gereinigt“ wurde (Nehemia 13; 30).

Sowohl Nehemia als auch Esra waren Augenzeugen dieser Ereignisse. Nehemia ist der ideale, unanfechtbare Erzähler: Er war an Ort und Stelle zugegen; er war der Diktator, der das Gesetz verkündete und seine Einhaltung erzwang. Als Esra das Gesetz auf Nehemias Geheiss erstmals verlas, geschah folgendes: „Alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten.“ (Nehemia 8; 9.)

Dieser wie von einem Journalisten jener Zeit formulierte Satz ermöglicht es dem Leser, sich die Szene so drastisch vorzustellen, als hätte sie sich vor vierundzwanzig Stunden und nicht vor vierundzwanzig Jahrhunderten zugetragen. Er sieht die weinende, ins Ghetto verbannte Menschenmenge des Jahres 444 v. Chr. mit den Augen eines Mannes, der, flankiert von persischen Soldaten, sein Volk in seine erste wirkliche Gefangenschaft zwingt, jene geistige Gefangenschaft, in der fortan jeder Mensch, der sich „Jude“ nannte, schmachten sollte.

Nehemia blieb zwölf Jahre lang in Jerusalem und kehrte dann an den babylonischen Hof zurück. Abermals begannen die künstlichen Strukturen sogleich zu bröckeln, so dass er ein paar Jahre später nach Jerusalem zurückkehrte, wo Mischehen wiederum gang und gäbe geworden waren. Wie Dr. Kastein berichtet, „löste er diese zwangsweise auf und verhängte die schwersten Strafen für künftige Verstösse dieser Art“. Als nächstes „untersuchte er die Geburtsregister ein weiteres Mal sorgfältig, um das Prinzip der Selektion rigoros durchsetzen zu können“, wobei er sämtliche Familien – selbst solche, die der aaronitischen Priesterschaft angehörten – aus der Gemeinde ausschloss, wenn er auch nur den geringsten Makel in ihrer Genealogie entdeckte. Schliesslich „säuberte er die Gemeinde erbarmungslos von all jenen, die es an bedingungslosem und totalem Gehorsam gegenüber der herrschenden Ordnung und dem Gesetz hatten fehlen lassen“ und liess das gesamte Volk sein Gelübde wiederholen.

Dies war der „neue Bund“, so wie das Deuteronomium das „zweite Gesetz“ gewesen war. Die Worte „neu“ bzw. „zweites“ waren jeweils der Pferdefuss, an dem man die Häresie erkannte. Alle Bewohner Jerusalems wurden gezwungen, den „neuen Bund“ zu unterzeichnen, als handle es sich um einen Geschäftsvertrag. Nun konnte Nehemia endgültig nach Babylon zurückkehren; er hatte seine „Mission der Isolierung“ erfüllt und „liess eine Gemeinschaft hinter sich, die sich in allen fundamentalen Fragen einig und fähig war, sich selbständig zu behaupten. Er hatte ihr Alltagsleben für sie organisiert und ihre geistigen Grundlagen geschaffen.“ Die Formulierungen stammen von Dr. Kastein. Mit welchen Mitteln man die Gemeinschaft soweit gebracht hatte, dass sie sich „in allen fundamentalen Fragen einig war“, hat der Leser ja bereits erfahren.

Damals waren seit der Verstossung Judas durch Israel rund vierhundert Jahre und seit der Eroberung Israels durch die Assyrer rund dreihundert Jahre vergangen. Die Leviten hatten diesen langen Zeitraum genutzt, um die alte Tradition zu pervertieren, ihr rassisch-religiöses Gesetz schriftlich festzulegen und es den Judäern in der kleinen persischen Provinz Judäa schliesslich wie Handfesseln anzulegen. Es war ihnen geglückt, einen surrealistischen Stammesglauben zu schaffen und eine von ihnen selbst geleitete Theokratie zu begründen. Von nun an sollte ihr Volk bei seiner Reise durch die Jahrhunderte stets die Rolle eines Katalysators spielen.

Mehr als hundert Generationen lang, seit dem Tag, als das weinende Volk durch die Macht der persischen Waffen gezwungen worden war, den neuen Bund zu unterzeichnen, hat dieses Volk, dessen Blut sich allmählich verändern mochte, das die Ketten des Gesetzes jedoch niemals abzuschütteln vermochte, seine Bürde und sein Erbe in geistiger Isolierung vom Rest der Menschheit getragen. Das Paradox ist wahrhaftig singulär: Zwar war die Versklavung der Judäer von den Leviten geplant worden, aber die Sklavenketten waren ein persisches Fabrikat. Damals wie auch in Zukunft wachte die fanatische Sekte darüber, dass die Gefangenschaft ihres Volkes fortdauerte, doch dass der Sekte dies gelang, hatte sie fremden Waffen und fremdem Geld zu verdanken.

Wer trägt ein höheres Mass an Verantwortung: Derjenige, der einen anderen zur bösen Tat anstachelt, oder jener andere, der sie begeht? Falls der Täter schuldiger ist als der Verführer, ist das Verdikt der Geschichte zwar paradox, aber eindeutig: Die Hauptverantwortung für die Häresie des Judentums liegt bei jenen Nichtjuden, die sich von den Perserkönigen bis in die Gegenwart vor den Karren der Sekte spannen liessen, welche diese Häresie begründet hatte.

Wir sprechen mit gutem Grund von einer „Häresie“. An jenem Tag, als die Soldaten König Artahsastha die Bewohner von Jerusalem dazu zwangen, Hesekiels neuen Bund zu unterzeichnen, war die Perversion der alten israelischen Tradition endgültig Tatsache geworden, und an die Stelle der Bejahung Gottes trat seine Verneinung.

Zwischen dem Gott der moralischen Gebote und der boshaften Gottheit Hesekiels, die sich damit brüstete, die Opferung der Erstgeborenen befohlen zu haben, um die Menschen mit Furcht zu erfüllen, klaffte ein unüberbrückbarer Abgrund. Nun wurde kein geoffenbarter Gott mehr verehrt, sondern ein menschengemachter, die Inkarnation eines primitiven Stammesdenkens. Was die alten Judäer in Form des neuen Bundes unter Zwang unterschrieben, war entweder eine formelle Leugnung Gottes oder aber die formelle Behauptung, Gott sei Juda. Letzteres wird in der Tat von manchen Zionisten unserer Zeit behauptet, so dass die Häresie offen und unverhüllt zutage tritt:

„Gott geht im Nationalismus Israels auf. Er wird zum nationalen Ethos. ... Er erschafft die Welt in der hebräischen Sprache. Er ist der Nationalgott.“ (Rabbi Solomon Goldman.)

„Wir und Gott sind zusammen aufgewachsen... Wir haben einen Nationalgott... Wir glauben, dass Gott ein Jude ist und dass es keinen englischen oder amerikanischen Gott gibt“ (Maurice Samuel.)

„Es war nicht Gott, der diese Menschen wollte und ihnen einen Sinn gab. Es war dieses Volk, das diesen Gott wollte und ihm diesen Sinn verlieh.“ (Dr. Kastein.)

Diese Aussagen sind eindeutig genug. Sie in unserem Jahrhundert in New York, Chicago, London oder Berlin zu machen, war ein leichtes, doch wer die längst aufgegangene Saat gesät hat, lesen wir im Buch Nehemia: „Alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten.“ Seit jenem Tage hat dieses Volk auch anderen Völkern mehr als einmal Anlass zum Weinen gegeben.


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