Auch Dutzende von Verletzten bei Unruhen in der thailändischen Hauptstadt

Eine Serie von Explosionen hat das Finanzviertel der thailändischen Hauptstadt Bangkok erschüttert. Dabei kamen drei Personen ums Leben. 75 weitere Personen wurden verletzt.

(sda/Reuters) Darunter sind nach Angaben von Spitälern auch mindestens zwei Ausländer. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat keine Hinweise auf Schweizer Opfer.

Nach Angaben von Armee und von Augenzeugen explodierten mindestens fünf Granaten in dem Gebiet, in dem wegen der wochenlangen Proteste der Opposition Hunderte von Soldaten im Einsatz sind. Die Truppen sollen die sogenannten Rothemden daran hindern, in das Viertel mit Banken, Bürotürmen und Hotels einzudringen.

EDA rät von Reisen nach Bangkok ab

(sda) Nach der neuerlichen Eskalation der Gewalt bei den Protesten in Bangkok hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seine Reisehinweise verschärft. Seit Donnerstag wird Touristen von Reisen in die thailändische Hauptstadt abgeraten.

«Verkehrsbehinderungen, Demonstrationen, Ausschreitungen und Sabotageakte sind in der Hauptstadt, aber auch in anderen Landesteilen möglich (namentlich im Norden)», schreibt das EDA auf seiner Webseite. Transitflüge über den internationalen Flughafen von Bangkok seien jedoch weiterhin möglich.

Das EDA rät Reisenden, sich über die Medien auf dem Laufenden zu halten und die Anweisungen der thailändischen Behörden zu befolgen.

«Planen Sie genügend Zeit und finanzielle Mittel ein. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, und meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art», warnt das EDA. Vorsicht sei besonders auch in den bekannten touristischen Vergnügungsstätten, auf Märkten und bei Sehenswürdigkeiten geboten.

Bei den Granaten handelte es sich nach Armeeangaben um den gleichen Typ, der auch bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen vor knapp zwei Wochen gegen Soldaten eingesetzt wurde. Damals waren bei den Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten 25 Menschen ums Leben gekommen.

Ein benachbartes Einkaufsviertel ist seit geraumer Zeit von Zehntausenden von Regierungsgegnern besetzt. Sie bauten Barrikaden aus Reifen, Betonblöcken und Bambusstäben, um sich auf die drohende Auseinandersetzung mit der Armee vorzubereiten. «Von Informanten aus der Regierung wissen wir, dass sie am 26. April Schluss machen wollen», sagte Oppositionsführer Kwanchai Sarakam.

«Eure Tage sind gezählt»

Die Regierungsgegner fordern vorgezogene Neuwahlen, was Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva ablehnt. Die Armee drohte mit gewaltsamer Auflösung der Blockaden. «Eure Tage sind gezählt», sagte Armeesprecher Sansern Kaewkamnerd. Wer nicht freiwillig gehe, werde angeklagt.

In der Hauptstadt sind etwa 60'000 Soldaten im Einsatz. Nach Zeitungsberichten dürfen sie scharf schiessen, wenn sie angegriffen werden.

Derweil gibt es Anzeichen, dass der Protest der «Rothemden» auch auf den Nordosten der südostasiatischen Landes übergegriffen hat. Dort blockierten Oppositionelle vorübergehend einen Zug, der Truppen und militärisches Gerät transportierte.

Dringlichkeitssitzung einberufen

Der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hat angesichts der politischen Auseinandersetzungen in Bangkok eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitskabinetts einberufen. Das teilte ein Regierungssprecher mit.


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