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Der Freitags-Kommentar vom 7. Oktober 2016,
Von Anian Liebrand, Redaktion «Schweizerzeit»

 

Millionen Afrikaner drängen nach Europa


Symbolbild von Viktor Schwabenland
(pixelio.de)

Mainstream-Medien wollen uns weismachen, die Migrationsströme nach Europa nähmen stark ab – wer noch immer davor warne, schüre unbegründete Ängste. Die Wahrheit ist: Jeder dritte Afrikaner südlich der Sahara will laut einer repräsentativen Umfrage auswandern. Der renommierte Soziologe Gunnar Heinsohn prognostiziert, im Jahr 2050 werden 950 Millionen Menschen aus Afrika und den arabischen Staaten auswandern wollen.

«Deutlich weniger Flüchtlinge» oder «Weniger Flüchtlinge in der Türkei» – so titeln derzeit die Mainstream-Blätter zur sogenannten Erkenntnis, dass im laufenden Jahr die Zahl der in Europa registrierten Migrationsgesuche im Vergleich zum Rekordjahr 2015 abgenommen habe. Die Medien suggerieren: Die organisierte Völkerwanderung von Hunderttausenden Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten habe ihren Zenit hinter sich und sei im Begriff, dauerhaft abzunehmen. Wer die unkontrollierten Migrationsströme immer noch für problematisch hält, übertreibe masslos und spiele nur den rechten Parteien in die Hände.

Krise wirklich ausgestanden?

Ist die Migrationskrise, die seit Jahren ihre Schatten auf zahlreiche Lebensbereiche der abendländischen Gesellschaften wirft, wirklich ausgestanden? Statt den Durchhalteparolen zum Establishment gehörender Politkarrieristen und ihrer Echoräume zu glauben, lohnt es sich, auf Menschen zu hören, die etwas von der Materie verstehen und deren unbequeme Thesen in den der politischen Korrektheit verpflichteten Medien zu oft leider kein Gehör finden.

Sagt Ihnen der Name Gunnar Heinsohn etwas? Noch bevor die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im September 2015 mit ihrem als epochaler Fehler in die Weltgeschichte eingehenden Ausruf «Wir schaffen das!» eine richtig gehende Lawine unkontrollierter Einwanderung nach Deutschland auslöste, veröffentliche Prof. Dr. Dr. Heinsohn im Juni 2015 sein sorgfältig erarbeitetes Bevölkerungswachstums-Szenario für Europa.

Der 1943 geborene Gunnar Heinsohn ist nicht irgendwer. Der Wirtschaftswissenschaftler, Soziologe und emeritierte Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen lehrt heute Militärdemographie am NATO Defense College (NDC/Rom) und an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAK/Berlin).

950 Millionen Einwanderungswillige

Heinsohn geht davon aus, dass im Jahre 2050 950 Millionen Menschen aus Afrika und arabischen Ländern auswandern wollen. Auf diesen Wert kommt er, indem er die Ergebnisse einer breit angelegten, repräsentativen Umfrage des führenden «Gallup»-Meinungsforschungsinstituts aus dem Jahr 2009 hochrechnet. Niemals zuvor wollten so viele Menschen ihre Heimat verlassen, wobei die effektiv zu erwartende Zahl wahrscheinlich noch höher liegen dürfte, da sich die Wirtschaftslage in vielen Gegenden Afrikas und dem Nahen Osten seit 2009 mit dem Aufkommen der IS- und «Boko Haram»-Terrormilizen, dem Syrien-Krieg und dem Ölpreiszerfall nochmals massiv verschlechterte.

950 Millionen Menschen werden auswandern wollen – und Europa wird dabei ein primäres Ziel sein, da andere beliebte Auswanderungsdestinationen wie Australien, Kanada und Neuseeland wegen ihrer restriktiven Einwanderungspolitik für die allermeisten von ihnen praktisch nicht zu erreichen sein werden. Doch wie viel Zuwanderung braucht Europa? Würde man die Zuwanderungszahlen, die Deutschland in den Jahren 2012 und 2013 verzeichnete, auf die ganze EU mit ihren 507 Millionen Einwohnern umlegen und bis zum Jahre 2050 fortrechnen, dann würden zwischen 2015 und 2050, so Heinsohn, «rund 250 Millionen Wirtschaftsflüchtlinge in die Europäische Union (EU) kommen können.»

Nachfrage überwiegt Angebot

Die Zuwanderung, die «benötigt» würde, um die sinkenden Geburtenzahlen und Abwanderung auszugleichen, beziffert Heinsohn jedoch «nur» auf 100 Millionen Menschen. Diese Zahl setzt sich wie folgt zusammen: Jährlich fehlen in der EU (bei 1,5 Kindern pro Frauenleben) rund 2,1 Millionen Neugeborene, die es bräuchte, um die Bevölkerung stabil zu halten und das Anwachsen des Durchschnittsalters zu stoppen. Rund 75 Millionen Zuwanderer (wenn diese ihrerseits pro Paar wenigstens zwei Kinder aufziehen) bräuchte es alleine deswegen bis 2050. Um diejenigen Personen zu ersetzen, die als Hochqualifizierte aus Europa nach Australien, Kanada und Neuseeland auswandern dürften, bräuchte es nochmals 25 Millionen Zuwanderer.

Migrationspolitisch klafft also eine gewaltige Schere zwischen Angebot und Nachfrage auseinander – wobei die Berechnungen Heinsohns die politische Komponente (wollen die Stimmbürger der europäischen Länder die absehbare Bevölkerungsabnahme vollumfänglich durch Zuwanderung ersetzen?) gänzlich ausblenden. Ganz abgesehen von der Tendenz, dass die europäische Wirtschaft infolge der Globalisierung und Roboterisierung generell immer weniger Arbeitsplätze benötigt, würde Europa angesichts steigender Anforderungen in der Wirtschaft in erster Linie eine Zuwanderung von hochqualifizierten Fachkräften brauchen.

Prof. Dr. Dr. Heinsohn fasst die Herausforderung so zusammen: «Alle EU-Länder haben bereits viele Millionen mehr Un- oder Angelernte, als vermittelt werden können. Diese Gruppe der eher hilflosen Mitbürger wird aufgrund biologischer Vermehrung und generell steigender intellektueller Anforderungen weiter wachsen. Für eine menschenwürdige und oftmals lebenslängliche Finanzierung dieser Bedauernswerten benötigt man mithin ungezählte neue Versorger, nicht aber zusätzliche Hilfebezieher.»

Welche Zuwanderung wollen wir?

Soll Zuwanderung dazu beitragen, den Wohlstand in Europa zumindest halten zu können, schliesst diese folglich alle Migrationsbewerber aus, deren Qualifikationsprofil den Anforderungen nicht entspricht (davon ausgenommen sind laut unseren Wertestandards an Leib und Leben bedrohte, «echte» Flüchtlinge). Oder wie es Gunnar Heinsohn formuliert: «Die 950 Millionen wissen mithin, dass sie fleissig Schularbeiten machen müssen, wenn wenigstens jeder Zehnte von ihnen eine Chance bekommen soll. Wer jetzt den Weg über die Schlepper-Boote wählt, hat schliesslich schon daheim den Ansprüchen nicht genügt.»

Kann Europa seine Stellung als wohlhabender Kontinent in Zukunft behaupten? Und welche Folgen wird für uns haben, dass Afrika seine Einwohnerzahl von 2015 bis 2050 auf rund 2,4 Milliarden Menschen verdoppeln und schon 2040 die Hälfte der Menschheit im Alter unter 25 Jahren afrikanisch sein wird? Als wären sinkende Geburtenzahlen und ein immer härterer Wettbewerb um die klügsten Köpfe (Gunnar Heinsohn: «1,25 Milliarden Menschen europäischen Ursprungs von Alaska über Israel bis Neuseeland ächzen gegen 1,6 Milliarden Ehrgeizige aus dem Sino-Block sowie Japan und Korea») nicht Herausforderung genug – die Frage, wie viel Migration will und kann Europa zulassen, ohne seine Seele zu verlieren, gehört zweifellos zu den Schicksalsfragen der heutigen und erst recht der kommenden Generationen.

Die Schweiz täte in diesem Kontext gut daran, ihre Zuwanderungspolitik künftig nach derjenigen von Australien, Kanada und Neuseeland auszurichten, statt sich Merkels gescheitertem «Willkommenskultur»-Dogma an den Hals zu werfen. Dafür sind schon heute die Weichen zu stellen. Je länger wir warten, die Einwanderung in vernünftige Bahnen zu lenken, desto fataler werden die Folgen sein.


Schweizerzeit
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