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Der Freitags-Kommentar vom 4. Dezember 2015.
Von Olivier Kessler, Chefredaktor «Schweizerzeit»

 

Lassen Sie sich nicht vom linken Zeitgeist einschüchtern!

Täglich werden Verfechter der Freiheit von Mainstreammedien als «radikal» oder «extrem» hingestellt, Andersdenkende als «Verschwörungstheoretiker» verspottet. Was sagen diese Anschuldigungen über den Zustand der Demokratie aus und wie kann man sich als Betroffener dagegen wehren?

Die «Neue Luzerner Zeitung» titelte (28.11.2013): «SVP ist radikal und will Steuern senken». Nach der Forderung von Christoph Blocher, den Arbeitsmarkt weniger stark zu regulieren, schrieb die «Tages Woche» (24.11.2015): «Nach dem Wahlsieg der SVP stellt Blocher radikale Forderungen.» Und der «Blick» vermeldete am 22.11.2015 bezugnehmend auf die Sympathien von Thomas Aeschi für die No-Billag-Initiative: «Bundesratskandidat mit radikalen Ansichten.»

Gemäss Duden bedeutet das Wort «radikal» unter anderem «mit Rücksichtslosigkeit und Härte vorgehend» sowie «eine extreme politische, ideologische, weltanschauliche Richtung vertretend». Indem man liberalen Exponenten vorwirft, radikale Ideen zu vertreten, stellt man sie gewissermassen in die Extremismus-Ecke, verleiht ihnen bewusst ein zweifelhaftes Image und versucht damit seine Glaubwürdigkeit zu zerstören, sodass der Einfluss auf die öffentliche Meinung minim wird.

Verfechter einer freien, unabhängigen Schweiz sind aber – wenn man den Qualitätsmedien Glauben schenken möchte – nicht nur radikal, sondern auch «Verschwörungstheoretiker». Obwohl der Begriff im eigentlichen Sinne jemanden bezeichnet, der ein Ereignis, einen Zustand oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären versucht, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken von Personen zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck, wird der Begriff in einer abwertenden Form gebraucht, um die Betroffenen als naiv, leichtgläubig und leicht verwirrt hinzustellen. Wagt es irgendjemand, ein Ereignis auf eine andere Weise zu erklären, als von den Regierungen und Massenmedien vorgegeben, dann mutiert ein kritischer Denker plötzlich zu einem «Verschwörungstheoretiker». Implizit damit verbunden ist eine Aufforderung an die Leser, den Betroffenen ab sofort nicht mehr ernst zu nehmen und auf keinen Fall auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen, dass das, was er sagt, ein Stückchen Wahrheit enthalten könnte.

Verschwörungstheoretiker sind immer rechts

Verschwörungstheoretiker sind in den Augen der Medienschaffenden vornehmlich SVP-Exponenten: «SVP-Politiker liebäugelt mit Verschwörungstheorien» schrieb der «Tages Anzeiger» (01.02.2014), bezugnehmend auf den damals neugewählten JSVP-Präsidenten Anian Liebrand. Gemäss demselben Blatt waren es auch «Verschwörungstheoretiker», die den biometrischen Pass bekämpft haben, da sie vor einem Missbrauch von persönlichen Daten durch einen wachsenden Überwachungsstaat gewarnt haben. Der TV-Sender «Joiz» titelte kürzlich: «Christoph Blocher – der neue Verschwörungstheoretiker», nachdem Blocher die Vermutung aufgestellt hatte, das berühmte Bild des toten, syrischen Flüchtlingskindes sei insziniert.

Alles was nicht in das vorgefertigte Meinungsschema der linken, medialen Meinungsmacher passt, wird mit abschätzigen und polarisierenden Bezeichnungen versehen. Wer für einen liberalen Rechtsstaat eintritt, wer also dafür eintritt, dass Individuen vom Staat nicht grenzenlos ausgeplündert und bevormundet werden, sondern dass das Menschenrecht auf Eigentumsschutz gewahrt bleibt, wird in der Öffentlichkeit gedemütigt. Kein gutes Zeichen für den Zustand der Demokratie, wenn Andersdenkende derart respektlos behandelt werden. Die direkte Demokratie lebt schliesslich von lebendigen, kontradiktorischen Debatten, in welchen verschiedene Meinungen zugelassen sind.

Als Verfechter der Freiheit und eines liberalen Rechtsstaates gerät man, wie oben dargelegt, schnell in das Schussfeuer derjenigen, welche ihre Ansichten und Ideologien mittels immer mehr Gesetzen, Verboten und notfalls mittels staatlichem Gewaltmonopol durchsetzen wollen. Schmutzkampagnen in den Medien können persönliche Konsequenzen für die Betroffenen haben: Freunde wenden sich ab, da sie nicht in die Nähe von «Extremisten» oder dubiosen «Verschwörungstheoretikern» gerückt werden wollen wollen. Auch der Arbeitgeber könnte zur Zurückhaltung mahnen oder mit der Kündigung drohen – aus Angst, sonst selbst ins Kreuzfeuer des linken Medieneinheitsbreis zu kommen.

Was kann man als Betroffener dagegen tun?

Was kann man als Betroffener dagegen tun, wenn man sich nicht selbst verbiegen und auch weiterhin für die Freiheit und gegen die Tyrannei einstehen will?

Im ersten Moment fällt es vielleicht schwer zu glauben: Aber Freunde, die in Krisenzeiten nicht zu Ihnen halten und zu Ihnen stehen, sind keine echten Freunde. Auf vermeintliche «Freunde», die sich in schwierigen Zeiten tatsächlich allein deshalb von Ihnen öffentlich distanzieren, weil die Massenmedien mit der «Radikalismus-» oder «Verschwörungstheorie-Keule» auf Sie einschlagen, können Sie getrost verzichten. Im ersten Moment schmerzt es vielleicht, dies zu realisieren. Doch das Ganze hat auch einen Vorteil: Sie werden in Zukunft keine Zeit mehr damit verschwenden, Schein-Freundschaften zu pflegen.

Dasselbe gilt für einen Arbeitgeber, der sich beim ersten Sturm von seiner Loyalität zu Ihnen verabschiedet. Wenn dieser in schwierigen Zeiten nicht bedingungslos hinter Ihnen steht, weil sie sich öffentlich für ein politisches Anliegen eingesetzt haben und danach von den Massenmedien heruntergebuht worden sind, ist das wahrscheinlich nicht der Arbeitgeber, für den Sie sich auch in Zukunft aufopfern und einsetzen möchten. Jene, die sich in der Öffentlichkeit klar positionieren und fassbar sind, finden oftmals eher eine Stelle als graue Mäuse, für die sich niemand interessiert. Durch Ihre Positionierung haben Sie gegenüber unbekannten und wankelmütigen Bewerbern sogar einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt. Überraschend oft finden sich ähnlich gesinnte Arbeitgeber, die denjenigen Menschen, die ihren Job verloren haben, wieder eine Stelle anbieten.

Was damit zum Ausdruck gebracht werden soll: Lassen Sie sich nicht durch Schmutz- und Mobbingkampagnen einschüchtern. Haben Sie keine Angst. Stehen Sie für das ein, was Sie für richtig befinden. Unterwerfen Sie sich nicht dem linken Zeitgeist, sofern sie kein Linker sind. Sie werden sehen: Authentisch zu sein und das zu tun, was man für richtig hält, macht glücklich und zufrieden. Das Land braucht Leute, die sich getrauen, den Mund gegen die immer schlimmer anmutenden Missstände aufzumachen und der regulierungswütigen und freiheitseinschränkenden Classe politique die Stirn zu bieten.


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