Der Biotech-Riese Monsanto verspricht Bauern, wenn sie gentechnisch verändertes (GV) Saatgut kauften, seien ihre Feldfrüchte widerstandsfähig gegen Herbizide, Insektenschutzmittel und Dürren. Inzwischen entlarven Untersuchungen und Feldversuche dies als falsche Versprechungen. Überall auf der Welt werden Pflanzen und Insekten immun gegen starke Herbizide und Pestizide; die Folge ist das Auftauchen von »Superunkräutern« und »Superschädlingen«.


© Peggy Greb, USDA

Eines der jüngsten Beispiele zeigt sich in den Baumwollanbaugebieten des südlichen Punjab, wo der Baumwollkapselwurm - ein Schmetterling und gefürchteter Baumwollschädling - wie die Bauern befürchten, resistent gegen Monsantos Bt-Baumwolle geworden ist.

Monsanto liefert momentan drei Produkte an Baumwollfarmer, darunter Bollgard-II (Insektenschutz), Roundup Ready Flex (RRF) (Herbizid-Toleranz) und Bollgard-II mit RoundupReady Flex, das vor Insekten und Unkraut schützen soll.

Bt-Baumwolle bringt in Pakistan Superschädlinge hervor

Trotz des Einsatzes von RRF und Bollgard-II werden Baumwollpflanzen noch immer von verschiedenen Spezies des Baumwollkapselwurms attackiert, welcher die Pflanze während des Wachstums auffrisst, sodass die Entwicklung der Baumwolle beeinträchtigt und die produzierte Menge reduziert wird.

Anstatt dass Bt-Baumwolle den Baumwollkapselwurm ausrottete, sind die Raupen der verschiedenen Arten gegen Bt-Baumwolle resistent geworden - nach Ansicht einiger Experten infolge zu niedrigen Giftgehalts. »Alle Bt-Sorten von Baumwolle haben den Baumwollkapselwurm nicht ausgerottet, sie erfüllen die Erwartungen nicht, Wir haben auf unseren Feldern vier Bezirke, bei denen Baumwollkapselwürmer und Mehlkäfer die Pflanzen angreifen«, erklärt Chaudhry Gohar Ali, ein Baumwoll-Anbauer aus Zentralpakistan.

Die Regierung rät den Bauern dringend, weiterhin Pestizide zu versprühen, um den Befall, der teuer werden und eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt bedeuten kann, unter Kontrolle zu bekommen. Pestizide kosten pro Liter 600 bis 700 Rupien, das sind umgerechnet 7,40 bis 8,70 Euro. Ein anderer Baumwollbauer aus Shahdadpur in Sindh, einer Region in Südpakistan, ist ebenfalls um seine 40 Hektar Anbaufläche besorgt.

»Es überrascht, dass diese Schädlinge überlebt haben, nachdem sie die Bt-Baumwollpflanzen gefressen haben. Wegen der hochdosierten Giftstoffe in der Bt-Baumwollpflanze sollten Schädlinge doch eingehen und keine Resistenz entwickeln, was hier aber offenbar der Fall ist«, sagte Muhammad Bux.

Monsantos Bt-Baumwolle sollte eigentlich für die Bauern den Einsatz von Insektenschutzmitteln verringern, stattdessen ist das Gegenteil eingetreten, sie müssen mehr Chemikalien ausbringen als vorher. »Die Verwendung von Pestiziden hat zugenommen, seit Bt in Pakistan eingeführt wurde, da die Baumwollproduktion zurückging«, berichtete die Website Dawn.com.

»Die Regierung hat schätzungsweise 985 Millionen Rupien ausgegeben, zusätzlich zu ausländischer Hilfe im Namen von Forschung und Entwicklung der Biotechnologie. Anstatt eigene modifizierte Samen zu entwickeln, kopierten Forscher und Wissenschaftler schließlich Technologien von multinationalen Saatgutherstellern und fingen an, sie auf den Märkten an einheimische Bauern zu verkaufen«, sagte ein Landwirtschaftsexperte des Pakistanischen Rats für Agrarforschung (PARC, Pakistan Agriculture Research Council).

PARC-Vertretern zufolge ist das Problem teilweise darauf zurückzuführen, dass es kein nationales Schädlingsbekämpfungs-Programm gibt, das die Bauern über Superschädlinge aufklärt. Außerdem ist bemerkenswert, dass der Befall von Baumwollkapselwürmern in Pakistan mit ein bis zwei Prozent sehr gering ist. Einige Bauern sagen, die größte Gefahr für die Baumwolle stellten das Blattrollvirus und der Mehlkäfer dar, gegen die Bt vollkommen wirkungslos ist.

Der Baumwollanbau im Punjab ist extrem wichtig, in der Region werden mit zehn Millionen Ballen jährlich 80 bis 90 Prozent der Baumwolle des ganzen Landes produziert. »Mit der Einführung gentechnisch veränderten Saatguts in Pakistan sollte der Gebrauch von Pestiziden minimiert, die Kosten reduziert und die Umwelt sauber gehalten werden«, sagte Dr. Nayyer Iqbal, Direktor für Landwirtschaft und Biotechnologie der pakistanischen Atomenergiekommission.

Anstatt ineffektive und schädliche Gen-Samen zu verwenden, wären Bauern besser beraten, zu traditionellen Anbaumethoden wie Fruchtfolge zurückzukehren, die dazu beitragen, Schädlingsbefall und Krankheiten zu verhindern. »Dadurch, dass die Frucht jedes Jahr geändert wird, verhindern Sie, dass bodenbürtige Schädlinge, die ziemlich spezifisch für die jeweilige Frucht sind, die nächste Pflanze, die Sie anbauen, befallen«, berichtet die Website lovethegarden.com.

 

Weitere Quellen:

Dawn.com
RT.com
LoveTheGarden.com
© NaturalNews.com


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