Wussten Sie schon...

Im Jahre 1999 wählten ihn die Leser des amerikanischen «Time Magazine» zum «Mann des Jahrtausends». Tatsächlich hat seine Erfindung, Bücher mit beweglichen Buchstaben zu drucken, eine Revolution im Bereich der Bildung und Information ausgelöst. Wann der Mann, der eigentlich Henner Gensfleisch hiess und sich später Johannes Gutenberg nannte, in Mainz geboren wurde, weiss allerdings niemand genau. Biografen schwanken zwischen 1392 und 1402. Auch wie er aussah, bleibt ein Geheimnis. Das erste bekannte Porträt entstand erst 100 Jahre nach dem Tod des Buchdruckers.

Während einiger Zeit kursierte das Gerücht, Gutenberg habe seine Erfindung den Asiaten abgeschaut, die schon im 11. Jahrhundert mit beweglichen Druckstempeln aus Holz und Keramik experimentiert hatten. Das Drucken mit beweglichen Einzelbuchstaben, auch Lettern genannt, konnte sich aber weder in China noch in Korea durchsetzen: Die dort verwendeten Schriften hatten zu viele unterschiedliche Zeichen. Für Gutenberg war die Ausgangslage mit lediglich 26 verschiedenen Buchstaben deutlich einfacher.

Neben einer tauglichen Druckerpresse war Gutenbergs wichtigste Erfindung ein Handgiessinstrument, mit welchem es möglich wurde, schnell und unkompliziert Buchstaben aus Blei herzustellen. Ums Jahr 1450 waren seine Experimente so weit fortgeschritten, dass er mit dem Druck von Kalendern, Ablasszetteln und Grammatikbüchern beginnen konnte. Sein grösstes Projekt war aber die Herstellung einer Bibel. Bislang benötigte ein fleissiger Kopist rund drei Jahre, um eine Bibel vollständig von Hand abzuschreiben. Mithilfe der Drucktechnik konnten nun 180 Bibeln in weniger als zwei Jahren hergestellt werden. Um diese stattliche Anzahl Bücher drucken zu können, benötigte Gutenberg 768000 Papierbögen und 3200 Tierhäute. Das Geld hierfür streckte ihm der Kaufmann und Advokat Johannes Fust vor: stattliche 1600 Gulden, was in etwa dem Preis von drei Bürgerhäusern entsprach. Allerdings hätte Gutenberg die Klauseln des Darlehensvertrags besser lesen sollen. Und so kam, was kommen musste: Noch bevor alle Bibeln fertig gedruckt waren, forderte Fust sein Geld zurück. Weil Gutenberg zahlungsunfähig war, wurde sein gesamter Besitz, seine Werkstatt und alle bisher gedruckten Bibeln, vom Mainzer Gericht gepfändet.

Fust führte in der Folge die Druckerei erfolgreich weiter. Gutenberg hingegen war tief enttäuscht. Dass der Erfinder des Buchdrucks danach aber in bitterer Armut lebte, wie manche Autoren behaupten, entspricht nicht den Tatsachen: Etliche Gönner ermöglichten es Gutenberg, auch nach dem Bankrott wieder eine Druckerei aufzubauen. Mehr noch: Der Erzbischof von Mainz liess ihn 1465 von sämtlichen Steuern befreien und zum Hofedelmann ernennen. (mha.)


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