Raul Hilberg, Die Quellen des Holocaust. Entschlüsseln und Interpretieren. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002, Hardcover, 256 Seiten. (Englischsprachige Originalausgabe: Sources of Holocaust Research. An Analysis, Ivan R. Dee, Chicago 2002.)

1. Die Vernichtung der europäischen Juden

Raul Hilberg, so meinte Robert Faurisson vor anderthalb Jahrzehnten, sei der einzige Vertreter der offiziellen Version vom "Holocaust", dem er - wenn auch nur aufgrund der Quantität seiner Arbeit - ein gewisses Maß an Respekt entgegenbringe; für ihn stehe Hilberg »hoch über Poliakov, Wellers, Klarsfeld und Konsorten«.[1] In der Tat hat der 1926 in Wien geborene und später in die USA emigrierte jüdische Historiker Hilberg ein geradezu riesenhaftes Werk über das Schicksal der Juden unter der nationalsozialistischen Herrschaft verfaßt,[2] welches das Ergebnis eines vieljährigen, intensiven Dokumentenstudiums darstellte.

Gestützt auf die gewaltige Menge von ihm gesichteten und ausgewerteten Aktenmaterials hätte Hilberg ein Buch mit dem Titel "Die Verfolgung der europäischen Juden" schreiben können, das ihm einen dauerhaften Ruf als Historiker allerersten Ranges gesichert hätte. Er hat diese Chance vertan, denn der Titel seines dreibändigen Opus lautet nicht "Die Verfolgung der europäischen Juden", sondern Die Vernichtung der europäischen Juden. Hilberg wollte eben nicht nur die Verfolgung der Juden beweisen - ihre stufenweise Entrechtung sowie die mit großen Menschenopfern verbundene Deportation eines Großteils von ihnen in Lager und Ghettos -, sondern auch ihre Vernichtung, d.h. in erster Linie ihre Ausrottung in den "Gaskammern" von "Vernichtungslagern". Doch findet sich in den massenhaft erhaltenen deutschen Urkunden der Kriegszeit nicht die Spur eines Hinweises auf eine solche Ausrottung, und greifbare materielle Beweise dafür gibt es ebensowenig.

Wie Hilberg unter diesen Voraussetzungen versucht, den Judenmord in chemischen Schlachthäusern zu beweisen, habe ich in meinem Buch Riese auf tönernen Füßen. Raul Hilberg und sein Standardwerk über den "Holocaust" eingehend dargelegt:[3] Er setzt sich über den in Geschichtsschreibung und Rechtssprechung gleichermaßen anerkannten Grundsatz hinweg, daß der Zeugenbeweis der unsicherste aller Beweise und dem Sach- sowie dem Dokumentenbeweis klar unterlegen ist, und stellt somit die Hierarchie der Beweismittel auf den Kopf: Sofern die Ausrottungsthese dadurch gestützt wird, räumt er dem Zeugenbeweis regelmäßig den Vorrang über den Dokumentenbeweis ein, und der Sachbeweis kommt bei ihm nicht vor.

Während Hilberg die Verfolgung der Juden anhand einer Unzahl von Urkunden aus der Kriegszeit unschwer nachweisen kann, muß er sich auf jenen wenigen Seiten, wo die Vernichtung der Juden in Gaskammern geschildert wird, ausschließlich auf Augenzeugenberichte stützen. In anderen Worten: Ohne die Aussagen einer (übrigens recht geringen) Zahl von Augenzeugen wüßten wir nichts vom "Holocaust".

Zwischen der 1961 erschienenen englischsprachigen Erstausgabe seines Werkes und der 1985 publizierten, zweiten Ausgabe, auf der die deutsche Übersetzung fußt, bestehen nicht unerhebliche Unterschiede. Beispielsweise ist in der Erstausgabe von zwei Hitler-Befehlen zur Ausrottung der Juden die Rede; der erste soll im Frühling 1941 ergangen und die Vernichtung der sowjetischen Juden vorgesehen haben, während der zweite angeblich nach Beginn der Tötungsaktionen in der UdSSR erlassen wurde und die Ausrottung sämtlicher Juden vorsah.[4] In der zweiten Ausgabe von Hilbergs Opus verschwindet der Hinweis auf diese beiden Phantom-Befehle spurlos. Dies stellt fraglos eine gewichtige Konzession gegenüber den - von Hilberg freilich nirgends auch nur mit einem Wort erwähnten - Revisionisten dar, welche das Nichtvorhandensein solcher Befehle immer wieder betont haben. Unter diesen Umständen mutet es recht befremdlich an, daß der damals erst 59-jährige Hilberg die zweite Ausgabe seines Werks selbstsicher als die »definitive« bezeichnete. Wähnte er bereits 1985, die Thesen seines Buchs seien nun derart hieb- und stichfest abgesichert, daß in künftigen Auflagen keine wesentlichen Änderungen mehr erforderlich sein würden? Hielt er somit die Forschung über den "Holocaust" bereits damals für weitgehend abgeschlossen? Hilbergs neuestes Buch deutet darauf hin, daß die Antwort auf beide Fragen ja lautet.

 

2. Die Quellen des Holocaust oder die Tricks eines Papierhistorikers

Nehmen wir es gleich vorweg: Die Quellen des Holocaust. Entschlüsseln und interpretieren ist ein schlechthin miserables Buch, dessen einziger, unfreiwilliger Verdienst darin besteht, die Unhaltbarkeit der offiziellen Version vom Los der Juden während des Zweiten Weltkriegs ein weiteres Mal grell aufzuzeigen. Ein Vergleich mit Die Vernichtung der europäischen Juden zeigt, daß Hilberg kein einziges nennenswertes neues Argument ins Feld führt und die von anderen Autoren im Verlauf der vergangenen anderthalb Jahrzehnte geleistete Forschung so gut wie ignoriert. Hilberg weigert sich auch weiterhin eisern, auch nur einen einzigen revisionistischen Historiker zu nennen, und mißt offenbar auch den Untersuchungen der beiden kenntnisreichsten Auschwitz-Experten im exterminationistischen Lager, Jean-Claude Pressac und Robert Jan van Pelt, kaum Bedeutung zu: Pressac wird ein einziges Mal erwähnt,[5] während van Pelt überhaupt keines Namenseintrags für würdig befunden wird. Wohl schreibt Hilberg auf S. 243, es gebe in der Holocaust-Forschung »keine Endgültigkeit« und alle Ergebnisse befänden sich »stets in einem Zwischenstadium«, doch denkt er dabei offenbar ausschließlich an von künftigen Geschichtsforschern noch zu klärende sekundäre Einzelfragen und Details. In seinen Hauptzügen ist der "Holocaust" ja längst erschöpfend erforscht: von Raul Hilberg selbst.

Anhand welcher Beweise? Hilberg räumt gleich zu Beginn des ersten Kapitels ein, daß es kaum Sachbeweise für den behaupteten millionenfachen Massenmord gibt:

»Von kompletten baulichen Anlagen wie Ghettos und Lagern oder von Massengräbern ist kaum etwas übrig geblieben. Die meisten von ihnen existieren nicht mehr. [...] Die Anlagen der drei Vernichtungslager in Belzec, Sobibor und Treblinka wurden noch vor dem Eintreffen der Roten Armee [...] dem Erdboden gleichgemacht. Die Leichen in den meisten Massengräbern Osteuropas wurden systematisch exhumiert und von einem speziellen SS-Kommando verbrannt. Mehrere Stätten, die von den Tätern nicht zerstört worden waren, wurden von den siegreichen Alliierten sofort oder später umgebaut. [...] Die Massengräber der Schlucht von Babij Jar bei Kiew, wo dreißigtausend Menschen erschossen wurden, existieren nicht mehr.« (S. 13f.)

Hilberg liefert für das Fehlen von Sachbeweisen für den "Holocaust" also die übliche abgedroschene Erklärung: Die Deutschen hätten alle Spuren ihrer Missetaten beseitigt. Wie unhaltbar diese Behauptung ist, weiß jeder mit der revisionistischen Forschung Vertraute: Das Krematorium II von Birkenau, laut offizieller Geschichtsschreibung Hauptmordstätte des Dritten Reichs, ist, wenn auch im Ruinenzustand, gut genug erhalten, um bautechnische und chemische Untersuchungen zu ermöglichen; die "Gaskammern" von Auschwitz I und Majdanek lassen sich noch heute ohne weiteres darauf hin überprüfen, ob sie die ihnen zugeschriebene Funktion hätten erfüllen können; das Vorhandensein früherer Massengräber läßt sich u.a. mit Hilfe von Luftaufnahmen oder Bodenradar nachweisen. Doch an solchen forensischen Ermittlungen ist Hilberg als "Papierhistoriker" - der Ausdruck stammt von Faurisson - in keiner Weise interessiert. Das »komplexe Geschehen des Holocaust«, so Hilberg, lasse sich anhand physischer Überreste nicht rekonstruieren; er fährt fort:

»Nicht wesentlich anders verhält es sich mit Gegenständen der unterschiedlichsten Art. Geschlossene Güterwaggons, wie sie zur Deportation der Juden benutzt wurden, stehen auf einem Gleis in der Nähe von Treblinka, und einer befindet sich im U.S. Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C. Ebenfalls aufbewahrt sind Bretter, aus denen vorgefertigte Pferdestallbaracken für die Häftlinge in Auschwitz errichtet wurden. Im Jüdischen Museum Wien sind gelbe Tuchballen mit dem aufgedruckten schwarzen "Judenstern" (dem so genannten gelben Stern) ausgestellt worden, ebenso in verschiedenen öffentlichen Ausstellungen einzelne von Juden getragene Sterne. Papiergeld und Münzen, die im Ghetto Litzmannstadt (Lodz) in Umlauf waren, und Banknoten, die im Ghetto Theresienstadt als Zahlungsmittel galten, gibt es heute noch. In Auschwitz wird ein Teil des von den Juden mitgebrachten Gepäcks in Schaukästen ausgestellt, außerdem Brillen und langes Frauenhaar.[[6]] Im Lager von Lublin sind ganze Baracken voll mit Schuhen, die von der SS im Komplex Belzec-Sobibor-Treblinka eingesammelt wurden.[[7]] Ein Zigeunerwagen, ein Fischerboot, das Juden von Dänemark nach Schweden in Sicherheit brachte, die rostige Waffe eines Widerstandskämpfers - das sind weitere Arten von Gegenständen, die noch existieren, aber außer diesen gibt es kaum noch etwas.« (S. 14f.)

Wie Güterwaggons, Bretter für Pferdestallbaracken, Tuchballen, Münzen, Gepäck, Brillen, Schuhe, Fischerboote und rostige Waffen einen Völkermord in Gaskammern beweisen sollen, vermag kein geistig gesunder Mensch zu begreifen.

Im Gegensatz zu Die Vernichtung der europäischen Juden, das ganz ohne Fotografien auskommt, enthält Die Quellen des Holocaust immerhin drei solche (auf den S. 17, 58 und 59). Die erste zeigt eine jüdische Hochzeit in Holland im Jahre 1942, die zweite zwei bärtige Juden aus Ungarn, die 1944 gerade in Auschwitz angekommen waren, die dritte einen »bärtigen Mann in einem Fresco von Fra Angelico zu Beginn des 15. Jahrhunderts«. Na ja, hätte Hilberg die Decke des Leichenkellers 1 des Krematorium II von Birkenau abgelichtet, so hätte ein aufmerksamer Leser bemerkt, daß die vier rechteckigen Öffnungen, durch welche den Zeugen zufolge Zyklon-B-Granulate in den Leichenkeller (die angebliche "Gaskammer") geschüttet wurden, nicht vorhanden sind und das Giftgas folglich nicht auf die von den Zeugen bekundete Art eingeführt werden konnte. Man begreift also leicht, warum der Verfasser statt dessen Aufnahmen gewählt hat, die zwar Emotionen schüren mögen, zur Aufklärung des "Holocaust" aber rein gar nichts beitragen.

Die Quellen des Holocaust ist erfreulicherweise um mehr als das Fünffache kürzer als Die Vernichtung der europäischen Juden, doch auch 255 Seiten müssen erst noch mit Druckerschwärze bedeckt sein, bevor man sie veröffentlichen kann. Um dies zu bewerkstelligen, bedient sich der Verfasser desselben Kniffs wie schon in seinem Hauptwerk: Er überschüttet den Leser mit einer Flut von Informationen, die mit dem "Holocaust" nichts zu tun haben, und behandelt dabei Themen wie die Vorgeschichte der Arisierung, Zeitungen, Blätter, Karten und Scheine, die Einziehung jüdischer Skiausrüstungen, den Stil von Dokumenten und Erlassen etc.; selbst der Aufsatz irgendeines Wolf Gruner über »die Nichtzulassung jüdischer Kaufleute zu Trödelmärkten und die Rolle der Pfandleihanstalten bei der Einziehung jüdischen Vermögens« ist ihm eine Erwähnung wert (S. 242). So gelingt es ihm, seine 255 Seiten glücklich zu füllen, ohne dabei heikle Themen wie beispielsweise die Kapazität der Krematorien von Auschwitz aufgreifen zu müssen, deren Analyse die Chimäre vom »fließbandmäßigen Massenmord in Vernichtungslagern« wie ein Kartenhaus zusammenstürzen ließe.

 

3. Hilbergs Umgang mit den Dokumenten

Auf S. 22 versucht Hilberg den Mangel an Dokumenten über die Judenausrottung wie folgt zu erklären:

»Am 20. Februar 1945 befahl Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die systematische Vernichtung aller geheimen und heiklen Papiere, die sich auf Juden bezogen.«

Als Quelle gibt er in Fußnote 17 einen »Befehl von Goebbels« an und fügt hinzu:

»Das ursprüngliche Dokument befand sich einmal im Federal Records Center, Alexandria.«

Dieser Formulierung ist wohl zu entnehmen, daß dieser Goebbels-Befehl nicht mehr auffindbar und seine Existenz somit nicht nachweisbar ist. Falls Goebbels aber wirklich einen solchen Befehl erlassen hat, ist er jedenfalls toter Buchstabe geblieben, denn Dokumente über die NS-Judenpolitik sind stoßweise erhalten: In seinem Opus magnum zitiert Hilberg deren Tausende, darunter eine Vielzahl von während des Nürnberger Prozesses als Beweismaterial vorgelegten Akten, und seit Beginn der neunziger Jahre sind in einem Moskauer Archiv[8] nicht weniger als 88.000 Seiten Dokumente der Zentralbauleitung des KL Auschwitz für Forscher zugänglich. Keine dieser Urkunden liefert den Beweis für die Vergasung auch nur eines einzigen Juden.

Das vollständige Fehlen dokumentarischer Belege für die angebliche Massentötung in Gaskammern stellt für alle orthodoxen "Holocaust"-Historiker, also auch Raul Hilberg, ein ungeheures Problem dar. Zu seiner Lösung bedient sich Hilberg im großen ganzen derselben Taschenspielertricks wie in seinem Hauptwerk:

Er führt Dokumente an, welche zwar die - von niemandem in Abrede gestellte - Deportation der Juden beweisen, nicht aber deren Vernichtung. Ein Beispiel dafür ist der auf S. 86f. aufgeführte »Umlaufplan der deutschen Reichsbahn mit Datum des 16. Januar 1943 für die Fahrten von Zügen ab 20. Januar 1943«, aus dem Deportationen nach Auschwitz und Treblinka hervorgehen. (Seiner Intimfeindin, der Reichsbahn, hatte Hilberg übrigens schon in Die Vernichtung der europäischen Juden sieben sterbenslangweilige Seiten gewidmet.)

Er behauptet, die Ausrottungsbefehle seien meist nur mündlich erteilt worden; beispielsweise habe Odilo Globocnik, SS- und Polizeiführer des Distrikts Lublin, dem Sobibor-Kommandanten Franz Stangl »auf einer Parkbank« erläutert, was er zu tun habe. Hilbergs Quelle ist in diesem Fall Gitta Serenys Buch Am Abgrund,[9] dessen völlige historische Wertlosigkeit jedem mit der Materie Vertrauten bekannt ist.[10]

Er greift auf den hochbetagten, von einem flexibleren Vertreter der Ausrottungsthese wie Jean-Claude Pressac längst aufgegebenen Trick zurück, zu "entschlüsseln" und zu "interpretieren",[11]d.h. in die Dokumente etwas hineinzulesen, was nicht in ihnen steht. So schreibt er auf S. 132:

»Ein vielfach gebrauchtes Präfix war "Sonder-". In Auschwitz, wo die Tötungen auf Dauer vor niemandem verborgen gehalten werden konnten, bezeichnete ein Architekt der Zentralbauleitung drei geplante Baracken, in denen die persönlichen Habseligkeiten vergaster Juden aufbewahrt werden sollten, als "Effektenbaracke für Sonderbehandlung 3 Stück." Die unterirdischen Gaskammern wurden zu "Sonderkellern", und die zu ebener Erde liegenden Gaskammern bezeichnete man als "Badeanstalten für Sonderaktionen."«

Ein Studium der Dokumente, in denen das Präfix "Sonder-" auftaucht, belegt, daß dieses manchmal in der Tat auf eine Tötungsaktion hinwies, in anderen Fällen jedoch vollkommen verschiedene Bedeutungen besaß. Wie Carlo Mattogno nachgewiesen hat, waren die »Effektenbaracken für Sonderbehandlung« schlicht und einfach Baracken zur Speicherung des beschlagnahmten Eigentums von ins Lager eingelieferten Juden, und bei den »Badeanstalten für Sonderbehandlung« handelte es sich um geplante, doch dann nicht verwirklichte Noteinrichtungen zur Bekämpfung der Fleckfieberseuche.[12]

Anders ist die Ausgangslage bezüglich der Massenerschießung von Juden an der Ostfront. Erstens wird das Vorkommen solcher Erschießungen von niemandem bestritten; zur Debatte steht lediglich ihr Ausmaß. Zweitens liegt hier ein geradezu verdächtig umfangreiches Beweismaterial in Gestalt der "Einsatzberichte" vor, in denen zahlreiche Massaker mit oft fünfstelligen Opferzahlen aufgelistet werden. Daß die Deutschen ihren Feinden dermaßen belastendes Material in die Hände fallen ließen, hat den britisch-jüdischen Historiker Gerald Reitlinger, der die Judenvernichtung zwar ebenfalls für eine geschichtliche Realität hält, Hilberg jedoch an kritischer Denkfähigkeit weit überlegen ist, zu folgendem nachdenklichen Kommentar veranlaßt:[13]

»Es ist nicht leicht zu verstehen, warum die Mörder eigentlich so reichhaltige Beweise für ihre Taten hinterließen.«

Die Frage nach der Echtheit der Einsatzberichte ist bisher nicht befriedigend geklärt worden, doch jedenfalls ist ihr Inhalt zumindest in bezug auf die genannten Zahlen erschossener Juden in vielen Fälle nachweislich falsch, weil sie erstens im Gegensatz zu anderen Dokumenten und zweitens im Widerspruch zu forensischen Untersuchungen stehen.[14]

Zu den von Hilberg angeführten Belegen für das ungeheure Ausmaß der Judenerschießungen im Osten gehört eine auf S. 145 abgebildete Kartenskizze, auf der die Zahlen der von der Einsatzgruppe A in verschiedenen Regionen umgebrachten Juden mit Särgen vermerkt wird. Die höchste Zahl von Erschießungen wird dabei für Litauen vermeldet: Dort sollen bis Ende Januar 1942 nicht weniger als 136.421 Juden getötet worden sein. Diese Ziffer taucht in der Tat in einem der Einsatzberichte auf, wo es heißt:[15]

»Bis zum Einmarsch der Bolschewisten lebten nach einer Zählung im Jahre 1923 in Litauen 153.743 Juden, die damit 7,58% der Gesamtbevölkerung darstellten. [...] In vielen Einzelaktionen wurden insgesamt 136.421 Juden liquidiert. [...]

Juden in den Ghettos:
Kauen rund 15.000 Juden
Wilna rund 15.000 Juden
Schaulen rund 4.500 Juden.«

Eine simple Addition ergibt, daß die Gesamtzahl der angeblich Liquidierten sowie der noch in Ghettos Lebenden wesentlich höher ist als die der vor dem deutschen Einmarsch in Litauen vorhandenen Juden. Doch nicht genug der Merkwürdigkeiten:[16]

Während derselbe Einsatzbericht für das benachbarte Lettland vermeldet, dort seien rund 25% der jüdischen Bevölkerung mit den Bolschewisten geflüchtet, wird für Litauen keine entsprechende Fluchtbewegung erwähnt, obgleich die litauischen Juden von den Deutschen und der durch die weit überproportionale jüdische Beteiligung am bolschewistischen Terror aufgebrachten einheimischen Zivilbevölkerung ebensowenig Gutes zu erwarten hatten wie die lettischen.

Ein großer Teil der litauischen Juden hatte in Gebieten gelebt, die nach der deutschen Eroberung Litauens dem Reich zugeschlagen wurden, und war dort zum Zeitpunkt der Erstellung des Einsatzberichts nachweislich noch am Leben: Laut Gerald Reitlinger befanden sich damals 40.000 solcher Juden im Gebiet von Grodno,[17] und gemäß dem Korherr-Bericht[18] hielten sich im Königsberger Gebiet Ende 1942 noch 18.435 Juden auf.

Laut einer in Litauen erstellten, auf Originaldokumenten der Kriegszeit fußenden Dokumentation[19] lebten im Ghetto von Vilnius Ende Mai 1942 3.693 Kinder sowie eine Anzahl alter Menschen von bis zu 90 Jahren. Diese Juden hätten als Arbeitsunfähige natürlich zu den ersten Opfern einer Ausrottungspolitik gehört. Der amerikanisch-jüdische Autor Abraham Foxman hat in einem Bericht über das Schulleben im Ghetto von Vilnius darauf hingewiesen, daß im Oktober 1942 dort 1500 bis 1800 Kinder den Unterricht besuchten.[20]

Schließlich fehlen auch Sachbeweise für eine Judenvernichtung des behaupteten Umfangs vollständig. Im Jahre 1996 wurde in der litauischen Stadt Marijampol beschlossen, ein Mahnmal für die angeblich Zehntausende dort von den Deutschen erschossenen Juden zu errichten. Man nahm an der von den Zeugen angegebenen Stelle Ausgrabungen vor, um die Lage des Massengrabes zu orten, fand jedoch nichts.[21] Selbst wenn, wie von Hilberg und Konsorten geltend gemacht wird, die Deutschen alle Leichen nachträglich exhumiert und verbrannt hätten, ließe sich das Massengrab anhand der veränderten Bodenkonfiguration noch heute mühelos nachweisen, hätte es je existiert.

Ein gewissenhafter Historiker würde die Einsatzberichte unter diesen Umständen bestimmt nicht vorbehaltlos als Quelle akzeptieren!

 

4. Die Augenzeugenberichte

Bezüglich der Zeugenaussagen, die seine einzige Beweisgrundlage für eine Massentötung in "Vernichtungslagern" bilden, sieht sich Hilberg auf S. 55 zu folgendem, aufschlußreichen Geständnis genötigt:

»Darunter [d.h. unter den Zeugen] sind Menschen, die möglicherweise anderen Opfern geschadet haben, auch solche, die sich nicht an Situationen der Schwäche, Hilflosigkeit oder Demütigung erinnern wollten. Wiederum andere könnten aber auch zum Schluß gelangt sein, daß sie nichts Wichtiges zu erzählen hätten, wenn sie nicht eine Zeit lang in Auschwitz waren oder wenn sie nicht von einem fahrenden Zug abgesprungen sind oder sich keiner Partisaneneinheit in den Wäldern angeschlossen haben.« (Hervorhebung von mir)

Anders gesagt: Die Zeugen flunkern oft. Der logische Schluß wäre, daß ihren Aussagen grundsätzlich mit Vorsicht zu begegnen ist, doch Hilberg zieht diesen Schluß keinesfalls, sondern akzeptiert selbst den gröbsten von "Holocaust-Überlebenden" verzapften Unsinn, wenn dieser seiner These dienlich ist.[22]

Drei besonders prägnante Beispiele sind Filip Müller, Rudolf Vrba und Elie Wiesel. Während sich Vrba und Wiesel damit zufriedengeben müssen, in Raul Hilbergs Standardwerk je zweimal als Kronzeugen für die Judenausrottung in Auschwitz zitiert zu werden, führt Hilberg Filip Müllers Buch Sonderbehandlung[23] dort nicht weniger als zwanzigmal als Quelle an, nur sechsmal weniger als den ersten Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß. In seinem ekelerregenden Bestseller schildert Müller u.a., wie er in einer blausäuregesättigten Gaskammer folgenlos Kuchen aß (was er unmöglich mit aufgesetzter Gasmaske getan haben kann), und wie die "Sonderkommandos" das beim Einäschern der Vergasten abfließende siedende Fett mit Kellen abschöpften und als zusätzlichen Brennstoff über die Leichen gossen. Vrba beschreibt zu Beginn seines "Erlebnisberichts" Ich kann nicht vergeben[24] des langen und breiten einen Himmler-Besuch in Birkenau im Januar 1943, bei dem das Krematorium II mit der Vergasung von 3000 Juden eingeweiht worden soll, obgleich Himmler anerkanntermaßen letztmals im Juli 1942 in Birkenau war und das Krematorium II erst im März 1943 in Betrieb genommen wurde. Wiesel erwähnt bei seiner Darstellung der Massenmorde in Auschwitz in seinem Buch La Nuit[25] als Tatwaffen keineswegs Gaskammern, sondern Flammengruben, in denen die Juden bei lebendigem Leibe verbrannt wurden - ein auch von der orthodoxen Geschichtsschreibung ins Reich der Fabel verwiesenes Greuelmärchen. Die einzige mögliche Schlußfolgerung besteht für einen ernsthaften Historiker darin, daß Müller, Vrba und Wiesel freche Lügner und Schwindler sind, doch Hilberg geniert sich nicht, sie in Die Vernichtung der europäischen Juden als seriöse Quellen zu zitieren, und weist in seinem neuen Werk lediglich darauf hin, daß keiner der drei Autoren sein Buch allein verfaßt hat:

»Manche Autoren, darunter die viel gelesenen Auschwitz-Überlebenden Rudolf Vrba und Filip Müller, haben sich [...] der Mithilfe von Journalisten bedient.[[26]] Elie Wiesel, ebenfalls ein Auschwitz-Überlebender, schrieb einen Bericht, der durch die Eingriffe von Lektoren zweimal bedeutende Metamorphosen erfuhr.« (S. 76f.)

Jüdische Zeugen lügen bei Hilberg grundsätzlich nie, sondern irren sich allenfalls ab und zu einmal:

»Neben [...] Ungenauigkeiten bei Zahlen und Schreibweisen gibt es unglückliche Irrtümer aufgrund fehlerhafter Beobachtungen und eines Versagens des Gedächtnisses. [...] Im Fall der Aberkennung der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft von John Demjanjuk durch ein Gericht in Ohio sagten fünf überlebende Häftlinge des Lagers Treblinka gegen den Angeklagten aus und identifizierten ihn fälschlicherweise als "Iwan den Schrecklichen", ein Spitzname, den die Häftlinge einem ukrainischen Kapo gaben, der jüdische Deportierte in die Gaskammern getrieben und das Gas aufgedreht hatte. [...] Zwar war Demjanjuk in anderen Lagern Wachmann gewesen, mit "Iwan dem Schrecklichen" war er jedoch nicht identisch; er hatte lediglich große Ähnlichkeit mit ihm. Nach seiner Auslieferung an Israel, wo er zum Tode verurteilt worden war, entdeckte man schließlich den Irrtum während einer Verhandlung vor dem obersten israelischen Gericht, und er wurde wieder nach Ohio geschickt.« (S. 209.)

Hilberg unterläßt es zu erwähnen, daß gegen den greisen Demjanjuk seit Jahren ein neues Ausbürgerungsverfahren läuft - aufgrund angeblicher Verbrechen in den Lagern Majdanek, Sobibor und Flossenbürg, die wiederum ausschließlich durch Zeugenaussagen "bewiesen" werden.[27] Diesmal werden den Zeugen aber ganz gewiß keine »fehlerhaften Beobachtungen« und »kein Versagen des Gedächtnisses« unterlaufen sein, nicht wahr, Herr Professor Hilberg?

Genau wie jüdische Zeugen für Hilberg niemals lügen, sondern sich schlimmstenfalls täuschen, geben deutsche "Täter" für ihn ihre Aussagen nie unter Zwang ab, sondern sind »möglicherweise verwirrt« oder »gleichgültig gegenüber dem, was ihnen vorgeworfen wird«. Originalton Hilberg:

»Als der ehemalige Kommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, vernommen wurde, war er möglicherweise verwirrt oder gleichgültig dem gegenüber, was ihm vorgeworfen wurde. In der eidesstattlichen Erklärung, die er am 5. April 1946 unterschrieb, wird die Zahl der in Auschwitz Umgekommenen auf drei Millionen beziffert - fast das Dreifache der tatsächlichen Zahl der Opfer[28] -, und eines der drei Vernichtungslager im Generalgouvernement wird fälschlich als "Wolzek" bezeichnet.« (S. 209f.)

In Wirklichkeit war Rudolf Höß von einem britischen Folterteam unter Leitung des jüdischen Feldwebels Bernard Clarke drei Tage lang geprügelt worden, ehe er sein Geständnis ablegte,[29] und Hilberg weiß dies selbstverständlich.

Die beiden einzigen von Hilberg als solche angeprangerten Falschzeugen des "Holocaust" sind bezeichnenderweise Nichtjuden: Der katholische Pole Jan Karski und der Schweizer "Binjamin Wilkomirski" (in Wirklichkeit Bruno Doessecker). Karski, der als Kurier der in London weilenden polnischen Exilregierung während des Krieges nach Polen reiste, beschrieb nach seiner Rückkehr eine angebliche Massentötung von Juden im Lager Belzec. Ihm zufolge wurden die Juden in Züge gepfercht, auf deren Boden ungelöschter Kalk lag; dieser fraß ihnen langsam das Fleisch von den Knochen, und der Zug mit seiner gemarterten Menschenfleischladung schaukelte und gellte von Geheul wider wie verhext. Hilberg kommentiert Karskis Aussagen wie folgt:

»In diesen Berichten sowie in dem während des Krieges erschienenen Buch[[30]] erwähnte er [Karski] einen Abstecher in Uniform nach Belzec, wo nach seinen Angaben estnische Wachmannschaften stationiert waren und gerade ein Zug aus Warschau angekommen war. Der Zug fuhr mit einer Ladung von Deportierten wieder ab, die später als Leichen in Gruben geworfen wurden. Tatsächlich gab es in Belzec jedoch keine estnischen Wachmannschaften, es kamen auch keine Züge aus Warschau dort an, und es fuhren niemals Züge mit Deportierten von dort ab.« (S. 215f.)

Daß aus Belzec nie Züge mit Deportierten abgefahren sein sollen, ist eine unbewiesene Behauptung; ansonsten ist Hilbergs Kritik an Karski völlig berechtigt. Als Schlüsselzeuge für die behauptete Judenvernichtung in Belzec gilt freilich nicht Karski, sondern Kurt Gerstein. Ein ehrlicher Historiker könnte dessen Aussagen, analog Hilbergs Einstufung des Karski-Berichts, etwa wie folgt charakterisieren:

"In seinen Berichten erwähnte er [Gerstein] u.a. einen Besuch Hitlers und Himmlers in Belzec. Tatsächlich haben diese das Lager jedoch niemals aufgesucht. Ferner enthalten Gersteins Aussagen zahlreiche Unmöglichkeiten; so behauptet er, in der Gaskammer von Belzec seien auf einem Quadratmeter 32 Menschen zusammengepfercht worden."

Hilberg übt an Gerstein jedoch nicht die geringste Kritik, sondern zitiert ihn in seinem Hauptwerk sechsmal als Zeugen für die Judenvernichtung in Belzec und erwähnt ihn in Die Quellen des Holocaust überhaupt nicht. Weshalb verwirft er den Unfug eines Jan Karski und akzeptiert den nicht minder krausen Unfug eines Kurt Gerstein? Offenbar aus Gründen, die mit Wissenschaftlichkeit nichts gemein haben: Die von Karski geschilderte Mordmethode "ungelöschter Kalk" ist von der offiziellen Geschichtsversion niemals anerkannt worden, wohl aber die von Gerstein beschriebene Tötungsmethode Dieselgaskammern. Außerdem ist der Gerstein-Bericht der Eckpfeiler des offiziellen Bildes vom Lager Belzec, in dem laut Hilberg 550.000 Juden umgebracht wurden, und er ist darum als Zeuge ganz unverzichtbar.

Der zweite von Hilberg an den Pranger gestellte Falschzeuge ist der bekannte Betrüger Bruno Doessecker alias "Binjamin Wilkomirski", über dessen Buch Bruchstücke[31] er sich wie folgt äußert:

»In Deutschland erschienen die angeblichen Erinnerungen eines Autors, der sich Binjamin Wilkomirski nannte, die auch noch in viele Sprachen übersetzt wurden. In diesem Buch stellte der Autor sich als jemanden vor, der als jüdisches Kind überlebt hatte. Tatsächlich war er weder Jude noch ein Überlebender, sondern ein Schweizer, der seine Kindheit und Jugend in der Schweiz verbracht hatte. Unter diesen Umständen ist das Buch in keiner Hinsicht eine Quelle über den Holocaust. Für Forscher, die sich mit der Zeit von 1933 bis 1945 beschäftigen, ist es eine Nichtigkeit.« (S. 216f.)

Durchaus keine "Nichtigkeit" sind für Raul Hilberg hingegen die Aussagen des Friseurs Abraham Bomba; er schreibt dazu:

»Im Verlauf von Interviews gerieten manche Überlebende in ein Dilemma, wenn etwas besonders Schmerzliches und Bedrückendes zur Sprache kam. Abraham Bomba war in Treblinka ein Friseur gewesen, der jüdischen Frauen, die vergast werden sollten, die Haare abschneiden mußte. Während der Filmaufnahmen zu "Shoa"[[32]] wollte Claude Lanzmann von ihm eine genaue Schilderung dessen haben, was geschah, während die Haare abgeschnitten wurden. Arbeitete Bomba mit einer Schere? Gab es dort einen Spiegel? Wie viele Frauen befanden sich in dem Zimmer? Was empfand Bomba dabei?

"Zu furchtbar..."

"Ich bitte Sie. Wir müssen das machen. Wir wissen das."

"Ich kann nicht."

"Es muß sein. Ich weiß, daß es hart ist, ich weiß, verzeihen Sie mir."

"Lassen Sie uns aufhören..."

"Ich bitte Sie, fahren Sie fort."

Und er erzählt weiter, nach einer der längsten Pausen in der Geschichte des Films.«

Leider Gottes unterläßt es Hilberg, selbst "weiterzuerzählen", d.h. Abraham Bomba weiter zu zitieren. Dieser sagt nämlich aus, in der sechzehn Quadratmeter großen Gaskammer hätten sich 60 bis 70 jüdische Frauen befunden und dazu noch Bänke - ob es in dem Lokal nicht ein wenig eng gewesen sein mag?

Warum spricht Hilberg dem Lügner "Binjamin Wilkomirski" jede Glaubwürdigkeit ab und anerkennt den um kein Haar besseren Lügner Abraham Bomba als glaubhaften Zeugen? Die Gründe können wiederum nur nicht-wissenschaftlicher Art sein.

 

5. Raul Hilbergs Mogeleien

Hilberg gibt sich keinesfalls damit zufrieden, genierliche Aussagen seiner Starzeugen auszulassen, sondern greift an mindestens drei Stellen direkt zum Mittel des Betrugs:

a) Auf S. 136f. schreibt er:

»Im November 1942 wandte Himmler sich erneut dem Thema der Erschießungsaktionen zu, nachdem ihm in den USA kursierende Gerüchte über die Verarbeitung von Leichen zu Seife zu Ohren gekommen waren. Derartige Berichte waren in jenem Sommer von Europa in die Vereinigten Staaten gelangt und hatten dort den Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Rabbi Stephen Wise, erreicht. Himmler wurde seinerseits auf ein Memorandum von Wise aufmerksam gemacht. Obwohl die Gerüchte falsch waren, war Himmler nicht ganz überzeugt, daß er die Sache einfach übergehen könne. Deshalb schrieb er die folgenden Instruktionen an seinen Gestapochef Heinrich Müller:

"In der Anlage übersende ich Ihnen eine sehr interessante Meldung über ein Memorandum von dem Dr. Wise vom September 1942. Daß derartige Gerüchte in der Welt einmal in Umlauf kommen, wundert mich bei der großen Auswanderungsbewegung der Juden nicht. Wir wissen beide, daß bei den Juden, die zur Arbeit eingesetzt werden, eine erhöhte Sterblichkeit vorhanden ist. Sie haben mir dafür zu garantieren, daß an jeder Stelle die Leichname dieser verstorbenen Juden entweder vergraben oder verbrannt werden, und das an keiner Stelle irgend etwas anderes geschehen kann. Lassen Sie sofort überall nachforschen, ob irgendwo ein solcher Mißbrauch, wie in Punkt 1) wohl als Lüge in die Welt hinausgestreut, stattgefunden hat. Jeder derartige Mißbrauch ist mir auf SS-Eid zu melden."«

Hilbergs Mogelei liegt hier im ersten Satz, in dem er behauptet, Himmler habe sich in diesem Schreiben »erneut dem Thema der Erschießungsaktionen« zugewandt. Aus dem Brief geht nämlich klipp und klar hervor, daß Himmler hier von der im Verlauf der »großen Auswanderungsbewegung«, d.h. der Deportationen der Juden nach Osten, aufgetretenen hohen natürlichen Sterblichkeit sprach und befahl, die Leichen der gestorbenen Juden entweder zu begraben oder zu verbrennen, damit keine Gerüchte wie die von der Verarbeitung von Leichen zu Seife aufkämen.

b) Gleich anschließend an diese Stelle läßt sich Hilberg eine weitere Unehrlichkeit zuschulden kommen:

»Auschwitz war ein Lager mit mehrfachen Funktionen. Eine davon war die industrielle Produktion, für die Häftlinge in großer Zahl als Sklavenarbeiter eingesetzt wurden; doch Juden, die mit Abstand den größten Teil der ankommenden Gefangenen bildeten, waren zur Vergasung bestimmt, entweder sogleich nach ihrer Ankunft oder in periodischen Abständen nach Selektion unter den Lagerhäftlingen. Im August 1943 waren die vier neu errichteten Gaskammern mit Krematorium in Betrieb, und bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehrere Hunderttausend Juden vernichtet worden. Die Leiter der Produktionsbetriebe in Auschwitz waren daran interessiert, die jüdischen Arbeitskräfte zu behalten. Der folgende Auszug aus dem Vermerk eines SS-Führers faßt den Inhalt dieses Gesprächs in Auschwitz zu diesem Thema zusammen:

"Eine besondere Sorge äußerte noch Direktor Wielam: es könnte vielleicht durch politische bzw. polizeiliche Notwendigkeiten mit dem Abzug der geschulten Häftlingsfacharbeiter bzw. überhaupt der Häftlinge zu rechnen sein und der Arbeitsfortgang dadurch Verzögerung erleiden. [Hauptsturmführer] Schwarz versicherte die besondere Bevorzugung in der Abstellung von Häftlingsfacharbeitern und bezeichnete die vorgenannten Veränderungen als unwahrscheinlich.« (S. 137, 138.)

Hier bedient sich Hilberg des Tricks, einen (in Wirklichkeit nicht vorhandenen) Zusammenhang zwischen der behaupteten Massenvergasung jüdischer Häftlinge und dem von ihm angeführten Gespräch zu konstruieren. Aus Auschwitz wurden am laufenden Band Häftlinge in andere Lager überstellt. Selbstverständlich ließen die für die Produktion Verantwortlichen ihre Facharbeiter ungern wegziehen und versuchten nach Kräften, deren Überstellung zu verhindern. Aus diesem Grund, und aus keinem anderen, äußerte der erwähnte Direktor Wielam die Sorge vor einem »Abzug der geschulten Häftlingsfacharbeiter«.

c) Im Zusammenhang mit den jüdischen Menschenverlusten schreibt Hilberg auf S. 192:

»Man muß [...] wissen, daß der SS-Statistiker Korherr Gesamtzahlen über jüdische Tote ermittelt hatte, ohne die 363.211 Juden zu berücksichtigen, die unter der Führung des Höheren SS- und Polizeiführers Rußland-Süd, Hans-Adolf Prützmann, erschossen wurden.«

Wer den Korherr-Bericht gelesen hat, weiß, daß es darin primär nicht um "jüdische Tote", sondern um ausgewanderte und ausgesiedelte Juden geht. Daß Korherr die »363.211 erschossenen Juden« in seiner Statistik nicht berücksichtigt hat, dürfte übrigens seinen einfachen Grund darin haben, daß es diese 363.211 erschossenen Juden nicht gab bzw. die Zahl der tatsächlich Getöteten weitaus niedriger war.

 

6. Das verknöcherte Geschichtsbild eines Autisten

Beginge Raul Hilberg keine solchen Betrügereien, wäre man beinahe versucht, Mitleid mit ihm zu empfinden. Als er 1961 die Erstauflage von The Destruction of the European Jews verfaßte, dürfte er im großen und ganzen von der Richtigkeit seiner Thesen überzeugt gewesen sein; die damals existierende revisionistische Literatur war, von Ausnahmen wie Paul Rassiniers Le Mensonge d'Ulysse abgesehen, von eher bescheidenem Niveau und konnte die offizielle Version vom Schicksal der Juden im Dritten Reich noch nicht ernsthaft ins Wanken bringen. Doch gewannen die Revisionisten in den folgenden Jahren und Jahrzehnten unerbittlich an Boden. Beim ersten Zündel-Prozeß in Toronto Anfang 1985, kurz vor Erscheinen der zweiten, "endgültigen" Ausgabe seines Opus magnum, wurde Hilberg, der als Kronzeuge der Anklage aufgeboten worden war, von Ernst Zündels Verteidiger Douglas Christie mitleidlos in die Zange genommen und machte eine geradezu erbärmliche Figur.[33] Seither sind mehr als anderthalb Jahrzehnte verflossen: Der Hitler-Befehl zur Ausrottung der Juden ist immer noch nicht aufgetaucht; exterminationistische Autoren wie Gerald Fleming und Jean-Claude Pressac haben in Moskauer Archiven ganze Berge von Dokumenten über Auschwitz durchstöbern können, ohne darin auch nur den geringsten Hinweis auf die Existenz von Menschentötungsgaskammern zu finden; die verfluchten Revisionisten veröffentlichen ständig neue Bücher und Artikel, welche die Brüchigkeit des orthodoxen "Holocaust"-Bildes schonungslos enthüllen; selbst Anhänger der Judenvernichtungsthese sehen sich gezwungen, die Opferzahlen drastisch zu verringern. In anderen Worten: Raul Hilberg muß auf seine alten Tage hin den Ruin seines Lebenswerks mitansehen, im Bewußtsein, daß ihn nur die politischen Machtverhältnisse, die sich über Nacht ändern können, vor der Demaskierung als Pseudowissenschaftler und Scharlatan bewahren. Das Mindeste, was man von ihm in dieser Situation erwarten könnte, wäre vornehmes Schweigen, doch nein: Er schreibt ein Buch mit dem Titel Die Quellen des Holocaust, das ja von einer devoten Journalistenmeute mit den üblichen plumpen Schmeicheleien bedacht werden mag, ihn jedoch in den Augen wissenschaftlich arbeitender Historiker der Lächerlichkeit preisgibt. Autistisch hält er an seinem verknöcherten Geschichtsbild fest und fährt fort, die Dokumente zu "entschlüsseln" und zu "interpretieren", d.h. ihnen einen Sinn zu unterstellen, den sie nicht besitzen.

Ganz am Anfang des Buches stoßen wir auf folgende, erstaunliche Aussage:

»Die Vernichtung der Juden auf dem europäischen Kontinent während des Zweiten Weltkriegs war ein historisches Novum, das ein wachsendes Heer von Akademikern veranlaßte, seinen Charakter in all seinen Facetten zu untersuchen. Ich bin einer von ihnen und habe viele Stunden in Bibliotheken und Archiven und gelegentlich auch unmittelbar an den Stätten verbracht, wo die drakonischen Taten verübt wurden. Dennoch habe ich erst spät in meinem Leben begonnen, die von mir verwendeten Quellen zu analysieren.« (S. 9, Hervorhebung von mir.)

Ob Herr Hilberg nicht gut daran getan hätte, die verwendeten Quellen zu analysieren, bevor er sein dreizehnhundertseitiges, »definitives« Werk über den "Holocaust" zu Papier brachte?

 


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