Die in der letzten Woche in Vernehmlassung gegebene Totalrevision des Bürgerrechts zeigt einmal mehr, dass die Verantwortlichen in Bern weder die Zeichen der Zeit, noch die Sorgen und die Willenskundgebung der Schweizer Bevölkerung verstanden hat. Die Einbürgerung hat der Abschluss einer erfolgreichen Integration zu sein und nicht deren Anfang! Es braucht strengere Einbürgerungskriterien.

Dutzende Auslegungen und Interpretationen rund um das Schweizer JA zur Minarett-Initiative haben wir uns von Medienschaffenden und der Classe politique unseres Landes und vieler anderer Länder anhören müssen. Nur eines haben wir wenig gehört, dass es gilt, die Willensäusserung der Bevölkerung ernst zu nehmen. Die Sorgen und berechtigten Anliegen rund um die Frage der Gültigkeit unserer Regeln und der Anpassung an diese sind ernst zu nehmen.

Als Politologin weiss ich, dass Mehrheitsentscheide des Volkes nicht immer richtig sein müssen. Die direkte Demokratie ist jedoch das beste System, um Machtkonzentrationen zu verhindern. Denn noch klarer zeigt mir ein Blick in die weltweite politische Landschaft und in die Vergangenheit, dass sich viele sog. Eliten sehr viel öfter geirrt haben und - nur von ihren eigenen Interessen geleitet - machtpolitisch entschieden haben. Die Interessen des Landes standen da nicht im Vordergrund. Wo die Bevölkerung entscheidet, steht das Gesamtinteresse im Vordergrund, stehen die Sorgen der Menschen im Zentrum.

Bei der Prüfung der Hauptanliegen der vom Bundesrat in die Vernehmlassung gegebenen Totalrevision des Bürgerrechts kann man sich nur die Augen reiben, wenn man zum Beispiel folgende Ziele liest:

Einmal mehr wird da der Schweizer Pass feil geboten. Einmal mehr wird der Föderalismus mit Füssen getreten. Im EJDP scheint man nichts verstanden und nichts gelernt zu haben. Seitdem demokratische Einbürgerungen nach dem Volks-Nein zur Einbürgerungsinitiative der SVP nicht mehr möglich sind, gilt es nun strengere Kriterien bei Einbürgerungswilligen zu verlangen und durchzusetzen:

Silvia Bär ist stellvertretende Generalsekretärin der SVP Schweiz